Di., 07.08.2018

Lange Trockenheit Bäume brechen einfach zusammen

Einige der größten Äste dieser Buche am Aasee sind nach der monatelangen Trockenheit zu Boden gestürzt.

Einige der größten Äste dieser Buche am Aasee sind nach der monatelangen Trockenheit zu Boden gestürzt. Foto: kal

Münster - 

Die seit Monaten andauernde Trockenheit belastet immer mehr die Natur. Am Aasee und am Grünen Grund haben Bäume große Äste abgeworfen. Immer mehr Birken verlieren ihre Blätter. Und auch um die Neuanpflanzungen in den Wäldern steht es schlecht.

Von Martin Kalitschke

Irgendwann am Wochenende konnte der Baum nicht mehr – und warf einfach mehrere große Äste ab. Die zum Teil zehn Meter langen Baumstücke stürzten unmittelbar neben der Aasee-Promenade zu Boden, weitere bereits angebrochene Äste hingen am Montagmittag noch in der Krone der stattlichen Buche. Die nun schon seit Monaten andauernde Trockenheit war für sie einfach zu viel.

„Der Wasserhaushalt der Bäume ist mittlerweile vollkommen aus dem Gleich­gewicht geraten“, hat Stadtförster Hans-Ulrich Menge beobachtet. Viele werfen ­daher inzwischen die Blätter ab – und bei einigen stürzen sogar Äste zu Boden. „Als Folge der Trockenheit wird das Holz immer spröder, es verliert seine Elastizität“, begründet Menke den Astbruch. Die Buche am Aasee sei kein Einzelfall, bereits an anderen Stellen seien ebenfalls Äste abgebrochen – erst vor wenigen Tagen am Grünen Grund.

Tückische Ungewissheit

Das Tückische: „Von außen sehen die Äste ganz normal aus“, berichtet der Stadt­förster. Ob und wann ein Ast abbricht, lässt sich damit nicht vorhersagen. „Gerade an neuralgischen Standorten ist das natürlich ein großes Problem“, betont Menke – zum Beispiel am Aasee, an der Promenade oder an wichtigen Kreuzungen. Daran werde auch der für die kommenden Tagen angekündigte Gewitterregen nur wenig ändern, sagt er.

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Unterdessen zeichnen sich immer mehr schwere Schäden bei den städtischen Baumbeständen ab. Zahl­reiche Birken haben bereits ihre Blätter abgeworfen. „Ich gehe davon aus, dass es viele tote Birken geben wird“, sagt Menke. Auch an jenen Buchen, die momentan ihre Blätter abwerfen, sei mit schweren, dauerhaften Schäden zu rechnen. „Ohne Blätter haben sie keinen eigenen Schatten mehr, das kann zu Zerstörungen an der Rinde führen.“

Katastrophale Entwicklung

Eine geradezu katastrophale Entwicklung zeichnet sich bei den Neuanpflanzungen ab. 14.000 Bäume hatte die Stadt Anfang des Jahres gesetzt. „Ich rechne damit, dass höchstens 5000 diesen Sommer überstehen werden“, sagt Menke. Ganz gut stehe es noch um die Neu­anpflanzungen in der Dyckburg. „In der Davert werden wir aber wohl sämtliche neuen Bäume verlieren“, fürchtet der Stadtförster.

Seit Februar ist in Münster deutlich weniger Niederschlag gefallen als im langjährigen Durchschnitt. Im gesamten Juli kamen nur 8,9 Liter Regen vom Himmel – so trocken war er seit ­Menschengedenken nicht.



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