Chronik eines heißen Tages
Münster schwitzt: Arbeiten in der Hitze

Münster -

Mit 37,1 Grad im Schatten erlebte Münster am Dienstag zwar nicht den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (der Temperaturrekord liegt bei 37,5 Grad) – aber immerhin den heißesten Tag des Jahres. Wer konnte, ging ins Freibad, an den Kanal oder suchte sich ein schattiges Plätzchen. Andere mussten hingegen bei der Affenhitze arbeiten. Wir haben uns in der Stadt umgehört – und dabei die Temperatur im Auge behalten.

Dienstag, 07.08.2018, 20:20 Uhr
Chronik eines heißen Tages: Münster schwitzt: Arbeiten in der Hitze
Da die Busfahrer ihre Fahrzeuge nicht unterwegs einfach abstellen können, um sich Wasser zu besorgen, verteilten Mitarbeiter der Stadtwerke am Hauptbahnhof bei der großen Hitze gekühltes Wasser an die Fahrer. Foto: Stadtwerke Münster

Die Wettervorhersage hatte es bereits vermuten lassen und tatsächlich war der Dienstag (7. August) der heißeste Tag des Jahres. Grund genug also für uns, bei besonders schweißtreibenden Jobs einmal vorbeizuschauen, und uns erzählen zu lassen, wie die Münsteraner mit der Hitze umgehen: 

Schwitzen bei der Arbeit

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  • 11.10 Uhr:

    Busfahrer Mahmoud Fassihi hat am heißen Dienstag mit seinem Bus Glück: Denn der hat eine gute Klimaanlage. Die Fahrgäste freut das: „Heute habe ich Komplimente für die kühle Luft bekommen“, erklärt Fassihi. Gestern sah das noch anders aus: „Ich hatte gestern eine Elf-Stunden-Schicht ohne Klimaanlage, nur ein kleiner Ventilator hat die warme Luft rumgepustet“.

    Foto: Luisa Hohenbrink
  • 11.25 Uhr:

    Bei der Hitze , müssen die Mitarbeiter der Bäckerei Pohlmeyer es auch neben einem heißen Ofen aushalten. „Man darf nicht auf das Thermometer schauen“, rät Christoph Wild, der direkt vor dem Ofen, der das Geschäft zusätzlich aufheizt, seine Arbeit verrichtet. Generell gilt hier das Motto: Nicht so viel über das Thema Hitze sprechen.

    Foto: Luisa Hohenbrink
  • 11.45 Uhr:

    Am Blumenstand Beko auf dem Prinzipalmarkt macht nicht nur Floristin Lina Neuhaus die Hitze zu schaffen - sondern auch den Blumen. Neuhaus empfiehlt deshalb eine tägliche Vasenpflege: „Jeden Tag frisches Wasser und die Blumen unten frisch anschneiden hilft.“

    Foto: Luisa Hohenbrink
  • 12.30 Uhr:

    Paketzusteller Markus Gerboth macht die heiße Temperatur nichts aus: „Ich mache gerne Urlaub in tropischen Regionen, da ist es noch heißer“. Durch das viele Auf- und Zumachen der Türen lohne sich die Klimaanlage im Auto übrigens nicht. Außerdem sei das Schleppen der Pakete unabhängig von der Temperatur immer anstrengend.

    Foto: Luisa Hohenbrink
  • 13.15 Uhr:

    Seit 10 Uhr morgens liefert Johannes van Wieren Getränkekisten aus. Direkt morgens sei es noch ganz erträglich gewesen - gegen 11 Uhr sei es aber schon kritisch geworden, meint er. „Bald ist die Schicht Gott sei Dank vorbei.“ Aber dann gehe es nicht zur Abkühlung an den Kanal, sondern erst einmal zum Fußballtraining – ungeschützt in der prallen Sonne.

    Foto: Hannah Würsching
  • 14.10 Uhr:

    Viel zu tun hatte der Taxifarer Ali Hammite (27) bisher nicht. Seit über zwei Stunden steht er schon vor dem Hauptbahnhof in der Sonne. „Bei dem heißen Wetter fahren die Leute einfach kein Taxi, höchstens Fahrrad“. Sein Auto sei auch nicht mehr das neuste, meint er, manchmal falle die Klimaanlage einfach aus. „Dann ist es wirklich unerträglich.“

    Foto: Hannah Würsching
  • 14.20 Uhr:

    Um 12 Uhr begann am Dienstag für Lisa Wirbel die Schicht – vor 22 Uhr wird sie nicht enden. „Egal ob man steht oder geht, man schwitzt immer“, erzählt sie lachend. Das Einzige, was im Moment dagegen helfe, sei viel zu trinken. „Meine Kollegen und ich achten aufeinander. Wenn ich von draußen reinkomme, steht immer schon ein kaltes Getränk mit Strohhalm bereit.“

    Foto: Hannah Würsching
  • 14.30 Uhr:

    Baggerfahrer Michael Bergmann aus Rheine hat um 14.30 Uhr noch eine halbe Stunde, dann kann er Feierabend machen. „Dafür hab‘ ich aber auch schon um 7 Uhr heute Morgen angefangen“, stellt er klar. Einen ebenso schlauen, wie einfachen Tipp hat er derweil parat: Das einzig Gute, was man bei so einem Wetter auf dem Bau tun könne, sei, sich für den Tag Arbeit im Schatten zu suchen. „Anders ist das sonst nicht auszuhalten“, meint er.

    Foto: Hannah Würsching
  • 15.45 Uhr:

    Nicht nur im Park oder im Freibad wird man braun, auch bei Anna Zwaer, denn die 42-Jährige arbeitet im „Sundream Sonnenstudio“ am Schützenhof. Und weil viele Kunden nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer auf die Bräune aus den Maschinen setzen, wird es dort ordentlich warm. „Wir versuchen es mit Durchzug, aber den Ventilator mache ich nicht an. Ohne kann ich es ehrlich gesagt besser aushalten.“ Klagen will Anna Zwaer aber nicht: „Ich komme gerade aus Süddeutschland, da war es noch wärmer.“

    Foto: Björn Meyer
  • 16.15 Uhr:

    Wasser ist bei Hitze ja eigentlich gut – allerdings nicht, wenn es aus einem Dampfbügeleisen kommt, wie bei Gudrun Lange. Sie sorgt in der Pinguin Textilpflege an der Hammer Straße dafür, dass die Kunden gepflegte Hemden mit nach Hause nehmen und findet: „Mehr als 25 Grad braucht echt kein Mensch.“

    Foto: Björn Meyer
  • 17.40 Uhr:

    Ein Gang zum Friseur ist bei diesen Temperaturen nicht die erste Wahl. Das macht sich auch beim Friseursalon „Cleopatra“ bemerkbar. „Es kommen weniger Kunden“, bemerkt Friseur Roni Alayek. Dem 32-Jährigen mache die Temperatur nichts aus, er arbeite schon seit 20 Jahren als Friseur und sei einiges gewohnt.

    Foto: Luisa Hohenbrink
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