Koreanische Christen
Emotional, aber nicht engstirnig

Münster -

Zwischen Münster und ihrem Heimatland liegen mehr als 8000 Kilometer, aber im Glauben sind die Mitglieder der koreanischen Gemeinde Münster deutschen Katholiken nah und durchaus ähnlich. Das meint Dr. Soon-Chim Jung, Sprecherin der koreanischen Ka-tholiken in Münster.

Dienstag, 07.08.2018, 18:08 Uhr
Als Sprecherin der koreanischen Katholiken in Münster ist Dr. Soon-Chim Jung aktiv.
Als Sprecherin der koreanischen Katholiken in Münster ist Dr. Soon-Chim Jung aktiv. Foto: pbm/Anke Lucht

Jung vertritt die Interessen der Gemeinde, deren Pfarrer Johannes Dae-Ha Kim in Essen sitzt. Von dort aus betreut er Gläubige in den Bistümern Essen, Münster und Paderborn. Die Pfarrer der 1992 gebildeten Koreanischen Katholischen Gemeinde mit Sitz in Essen werden in der Regel für drei Jahre aus dem Bistum Busan in Korea entsandt.

„Etwa 120 Katholiken mit koreanischen Wurzeln gibt im Bistum Münster“, sagt Jung. Etwas mehr als 30 von ihnen treffen sich regelmäßig an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat zur heiligen Messe. Eine weitere koreanische Gottesdienstgemeinde versammelt sich jeweils am ersten und dritten Sonntag im Monat in der Kirche St. Josef in Kamp-Lintfort.

Die koreanischen Katholiken in Münster feiern ihre Messen in der Kapelle der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde an der Frauenstraße und nutzen manchmal Räume der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser. „Wir sind dankbar für diese Möglichkeiten“, sagt Jung. Doch hätte es aus ihrer Sicht auch Vorteile, eine Kirche mitnutzen zu können: „Daraus würde sich ein regelmäßiger Kontakt zu einer festen Pfarrei ergeben.“ So aber gestalteten alle Mitglieder den Kontakt zu den Pfarreien ihres Wohnorts individuell. „Eine junge Frau aus unserer Gemeinde ist als Organistin aktiv“, nennt Jung ein Beispiel.

Jung selbst blieb nach dem Studium in Münster. Mehr als zehn Jahre arbeitete sie im Museum für Lackkunst und ist heute freiberuflich tätig. „Es ist schön, Herkunft und Glauben zu verbinden“, sagt sie über ihre Zugehörigkeit zu koreanischen Gemeinde. Viele ältere Gemeindemitglieder seien als Gastarbeiter eingewandert, „Männer als Bergleute, Frauen als Krankenschwestern.“ Daraus habe sich in den 1970er Jahren die Gemeinde in Kamp-Lintfort entwickelt. Die Gemeinde in Münster sei im gleichen Zeitraum entstanden, denn in die Universitätsstadt seien stets koreanische Priester zwecks Promotion gekommen. Koreanische Christen seien „emotional, aber nicht engstirnig und nicht feindselig“ meint sie.

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