Portugiesische Gemeinde bietet ein Stück Heimat
Aufgewachsen in zwei Welten

Münster -

Es sind ihre Fragen, ihre Neugier und ihre Fröhlichkeit, die Ludovina Pereira an Kindern mag. „Sie sind unsere Zukunft“, sagt die Portugiesin. Seit vielen Jahren begleitet die 61-Jährige Kinder auf ihrem Glaubensweg, vermittelt ihnen Traditionen, Werte und Wissen des katholischen Glaubens.

Dienstag, 07.08.2018, 18:08 Uhr
Fátima-Fest: Am zweiten Sonntag im Oktober feiern die Portugiesen in Münster das Fest der Marienverehrung aus Fátima und ziehen mit der Muttergottes-Statue durch die Innenstadt.
Fátima-Fest: Am zweiten Sonntag im Oktober feiern die Portugiesen in Münster das Fest der Marienverehrung aus Fátima und ziehen mit der Muttergottes-Statue durch die Innenstadt. Foto: Portugiesissche Mission Münster

Auch Diogo Carreira hat sie vor 19 Jahren auf die Erstkommunion vorbereitet. Heute ist der 27-Jährige selbst Katechet. „Das ist nichts Ungewöhnliches bei uns in der portugiesischen Gemeinde“, erklärt der Bankkaufmann. „Man bekommt mehr und mehr Verantwortung übertragen und pflegt über den Glauben Kontakte zu anderen portugiesischen Mitbürgern.“

Mit drei Jahren ist Diogo Carreira mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. „Damals wie heute gibt es hier bessere Perspektiven“, sagt er und begründet das mit Blick auf die Wirt-schaftslage in seinem Heimatland: „Wenn Deutschland einen Schnupfen hat, liegt Portugal schon im Krankenbett.“ In der portugiesischsprachigen Mission, die rund 5000 Mitglieder im Bistum Münster hat, fanden seine Eltern mit den vier Kindern schnell Anschluss. Jeden Sonntag um 11.15 Uhr feiern die Portugiesen in der Aegidii-Kirche mit Missions-Pfarrer Paulo Areias eine Messe in ihrer Muttersprache. „Wir fühlen uns dort sehr wohl“, umschreibt der junge Mann.

Für Ludovina Pereira ist die portugiesischsprachige Mission noch mehr: „Sie ist Heimat für mich.“ Aufgewachsen in zwei Welten, so bezeichnet Diogo Carreira seinen Weg. Aus eigener Erfahrung aber weiß er um den großen Vorteil einer muttersprachlichen Gemeinde: „Sie ist ein kleines Refugium für die eigenen Wurzeln.“ Der 26-Jährige war Messdiener, leitete eine eigene Gruppe und ist Mitglied im Pastoralrat, wo er die Jugendlichen vertritt.

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