Niedriger Wasserstand des Aasees
Segler noch nicht eingeschränkt: Genug Wasser unterm Kiel

Münster -

Der Wasserstand des Aasees ist historisch tief. Anfang letzter Woche lag laut Tiefbauamt Münster der Wasserspiegel rund 30 Zentimeter tiefer als normalerweise. Für die Segler auf dem Aasee hat dies dennoch bis jetzt keine großen Auswirkungen.

Mittwoch, 08.08.2018, 09:20 Uhr aktualisiert: 08.08.2018, 09:24 Uhr
Matthias Pape, Mitglied des Segelclubs Münster, misst die Wassertiefe vor dem Clubhaus.
Matthias Pape, Mitglied des Segelclubs Münster, misst die Wassertiefe vor dem Clubhaus. Foto: Hannah Würsching

Matthias Pape zieht das Maßband aus dem Wasser und lässt es zurücksurren. „Es fehlen hier circa 40 bis 50 Zentimeter Wasser“, meint der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Segelclubs Münster. „Normalerweise beträgt die Wassertiefe an dieser Stelle ungefähr 1,70 Meter“, so Pape. Dieser Wasserstand ist für die meisten auf dem Aasee fahrenden Boote dennoch ausreichend. „Wirkliche Probleme haben wir aktuell noch nicht“, meint Pape.

Der Großteil der Boote des Segelclubs Münster und der nebenan gelegenen Segelschule Overschmidt besteht aus Schwertbooten, mit einem Tiefgang von circa 30 Zentimetern. Also immer noch weit über ein Meter Platz zwischen der tiefsten Stelle des Bootes und dem Grund des Sees. Nur die Rennyachten – Kielboote mit einem Tiefgang von 1,20 Meter – könnten auf Grund laufen und wurden beim Segelclub Münster deshalb momentan „an die Kette gelegt“.

Die Wasser-Situation in Münster während der Hitzeperiode

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  • Die Münstersche Aa – hier in Höhe Kanalstraße – führt kaum noch Wasser.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Teich an der Dechaneischanze führt nur noch Restwasser – in anderen Teichen sieht es noch schlimmer aus.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Wassertiefe im Aasee beträgt nur noch 53,85 Zentimeter – das ist ein historischer Tiefstand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Wassertiefe im Aasee beträgt nur noch 53,85 Zentimeter – das ist ein historischer Tiefstand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch der Werse-Pegel ist gefallen - aber wegen der zahlreichen Wehre ist die Situation hier noch nicht ganz so dramatisch.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Brunnenanlage an der Engelenschanze wird gerade jetzt häufig angesteuert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Dortmund-Ems-Kanal fungiert seit Langem als Münsters größtes Trinkwasser-Reservoir. Mit Kanalwasser wird das Grundwasser aufgefüllt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Brunnenanlage an der Engelenschanze bietet gerade Hunden willkommene Abwechslung.

    Foto: Matthias Ahlke

Wegen der hohen Temperaturen der vergangenen Wochen blieb auch Münsters größtes Binnengewässer nicht vom Wasserverlust verschont. Sollte die Hitzewelle anhalten und der Wasserstand weiter sinken, könnte es aber auch um das Segeln auf dem Aasee bald schlecht bestellt sein, gibt Pape zu bedenken.

Die Segler selbst sehen das Ganze bis jetzt gelassen. Carl Julian Graba vom Segelclub Münster hält die niedrigen Wasserstände bis jetzt noch für kein großes Problem. Er sei in der vergangenen Woche zwar einmal auf Grund gelaufen, aber das könne auch sonst leicht passieren, und „dann muss man eben kurz paddeln.“

Moritz Kupzig ist Segellehrer der Segelschule Overschmidt und betreut die Ferienkurse für Kinder. Er meint, bis jetzt hätte man sich auf dem Wasser nicht einschränken müssen: „Alle Segelkurse finden bei uns regulär statt.“

Zahlen und Fakten zum Sommer der Extreme

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  • Von Anfang April bis Ende Juli war es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge noch nie so warm seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen im Jahr 1881. Demnach war es 3,6 Grad wärmer als im langjährigen Vergleich. Rekordniveau erreichten vor allem die Monate April und Mai.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • 39,5 Grad war die bisherige Temperaturspitze in diesem Sommer. Der Wert wurde am 31. Juli in Bernburg in Sachsen-Anhalt gemessen. Den Hitzerekord seit Beginn der Aufzeichnungen hält allerdings Kitzingen in Bayern. Sowohl am 5. Juli 2015 als auch am 7. August 2015 registrierte der DWD an seiner dortigen Messstation 40,3 Grad.

    Foto: Patrick Seeger
  • Sogenannte Tropennächte, bei denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, gab es in diesem Frühjahr und Sommer bereits eine ganze Reihe. Besonders warm war es in der Nacht zum 1. August. So erlebte Berlin mit einem Tiefstwert von 24,4 Grad an zwei Messstellen seine bislang wärmste Nacht seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Noch nie wurde zwischen April und Juli so wenig Niederschlag registriert. Im Vergleich zur vieljährigen (1961-1990) mittleren Niederschlagssumme betrug das Defizit 110 Millimeter. Besonders trocken war es in Sachsen-Anhalt, so die Experten vom DWD.

    Foto: Tino Plunert
  • In den vier Monaten gab es überdurchschnittlich viele Sonnenstunden. Der Juli war nach 2006 mit vielerorts 300 bis 350 Stunden der zweitsonnigste seit Messbeginn im Jahr 1950.

    Foto: Bodo Marks
  • Im Juli erreichte die Nordsee nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie die zweithöchste Oberflächentemperatur seit 50 Jahren: 16,3 Grad im Schnitt. Im Juli 2014 war das Wasser nur 0,1 Grad wärmer. Die Ostsee stellte mit einer mittleren Oberflächentemperatur von 20,0 Grad sogar einen neuen Rekord auf.

    Foto: Hauke-Christian Dittrich
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