Behandlungserfolg am St.-Franziskus-Hospital
Natürliche Geburt trotz schwerer Herzerkrankung

Münster -

Im St.-Franziskus-Hospital konnte ein Baby mit der genetischen Herzerkrankung „Long QT-Syndrom“ (LQTS) und dadurch bedingten Herzrhythmusstörungen dank einer Magnesium-Therapie natürlich geboren werden. Weltweit sei dies vermutlich der erste Fall, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik.

Donnerstag, 09.08.2018, 08:00 Uhr
Die kleine Emilia-Sophie ist knapp fünf Monate alt – es geht ihr auf dem Arm ihrer Mutter Elisa Schulze Averbeck gut. Das Team der Klinik (v. l.) – Chefarzt Dr. Nikolaos Trifyllis, Oberärztin Anke Hövels, Pränatalmediziner Dr. Johannes Steinhard und Dr. Florian Urlichs, Chefarzt der Kinderintensivmedizin – freut sich über den Behandlungserfolg.
Die kleine Emilia-Sophie ist knapp fünf Monate alt – es geht ihr auf dem Arm ihrer Mutter Elisa Schulze Averbeck gut. Das Team der Klinik (v. l.) – Chefarzt Dr. Nikolaos Trifyllis, Oberärztin Anke Hövels, Pränatalmediziner Dr. Johannes Steinhard und Dr. Florian Urlichs, Chefarzt der Kinderintensivmedizin – freut sich über den Behandlungserfolg. Foto: pd

Das kleine Mädchen Emilia-Sophie habe das LQTS von ihrer Mutter geerbt, heißt es. Die Schwangerschaft von Elisa Schulze Averbeck sei zunächst unauffällig verlaufen. Bei einer Routine-Untersuchung acht Wochen vor der Geburt habe sich jedoch gezeigt, dass auch das Ungeborene komplexe Rhythmusstörungen hat, die das Herz erheblich belasteten.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Die Schwangere wurde sofort stationär aufgenommen. „Die Zeit war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Aber ich war immer optimistisch, dass alles gut gehen wird“, berichtet die junge Mutter.

Therapie mit Magnesium und Beta­blockern

Üblicherweise werde das Kind bei dieser Diagnose in der 35. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, heißt es. Das Team aus Gynäkologen, Neo­natologen, einem Spezialisten für Fetale Kardiologie und einem Kinderkardiologen im St.-Franziskus-Hospital suchte nach einer alternativen Behandlungsmethode und entschied sich für eine hoch dosierte Therapie mit Magnesium und Beta­blockern. Offenbar mit Erfolg – der Zustand von Baby Emilia-Sophie habe so bis zum errechneten Geburtstermin stabilisiert werden können, heißt es.

Krankheit mittlerweile gut eingestellt

„Unser Ziel war eine natürliche Geburt“, so Dr. Anke Hövels, leitende Oberärztin der Geburtshilfe. Das Ziel habe man gemeinsam erreicht – Emilia-Sophie erblickte am 13. März das Licht der Welt. Ihre Krankheit sei mittlerweile gut eingestellt.

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