Do., 09.08.2018

Nordsee statt Mittelmeer Hitze setzt Last-Minute-Buchungen zu

Das Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth“ fährt in Lübeck ein, um am Skandinavien-Kai in der Hansestadt festzumachen.

Das Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth“ fährt in Lübeck ein, um am Skandinavien-Kai in der Hansestadt festzumachen. Foto: dpa

Münster - 

Deutschland, die Berge und die Nordsee sind in diesem Sommer als Reiseziele in. Weniger gefragt sind dagegen bei Last-Minute-Buchern Ziele in der Sonne.

Von Gabriele Hillmoth

Reisebüros in Münster verzeichnen in diesem Sommer einen leichten Rückgang unter den Last-Minute-Buchern. Schuld ist der heiße Sommer hierzulande.

Kunden haben sich verändert

„Viele bleiben hier, wen wundert es bei 32 Grad“, sagt Thomas Schemmer von der münsterischen Reiseagentur Meimberg. Zumal es überall kühler gewesen sei als hier. Normalerweise schauten kurzentschlossene Urlauber auf den Wetterbericht und buchten einen Flug in die Sonne, diese Buchungen seien in diesem Sommer schwächer ausgefallen, so Schemmer. „Das war nicht unser Hauptgeschäft.“

Auch Christoph Lückertz bestätigt, dass es keinen Last-Minute-Boom gegeben habe. Lückertz, Geschäftsführer der Lückertz Reisebüro GmbH in Münster, ist überzeugt, dass Deutschland, die Berge und der Norden als Reiseziele momentan in seien.

Viele gehen auf's Schiff

Die Art der kurzfristigen Entscheidungen habe sich bei den Kunden ein bisschen verändert, so Lückertz. Viele Urlauber würden heute aufs Schiff gehen, diese Branche sei im Fahrtwind. Die Hurtigrute und unter anderem England hätten gewonnen. Der Geschäftsführer der Lückertz GmbH sieht mit Blick auf die nächste Reisesaison eine Buchungswelle im Kreuzfahrtmarkt anrollen. Ein bisschen schleppend liefen augenblicklich die Türkei und die USA, während Ägypten und Tunesien auf dem Vormarsch seien.

Umsätze gehen zurück

Er persönlich sei aufgrund der Diskussion der Landwirtschaft über Hitzegeld etwas erschrocken. „Wer denkt an uns“, so Schemmer, der nach eigenen Angaben in diesem Sommer einen Rückgang von zehn Prozent auf den Gesamtumsatz der gesamten Unternehmensgruppe verzeichnet. Das sei schon eine Menge, fügt er hinzu.

Schemmer ist gespannt, wie sich das Reisegeschäft weiter entwickelt. „Bei uns geht es jetzt mit dem Wintergeschäft los.“

Christoph Lückertz spricht von einem leichten Einbruch des Last-Minute-Geschäftes. Es habe sich aber auch herausgestellt, dass sich Urlauber zunehmend mehr Ziele mit gemäßigteren Temperaturen suchen würden.

Ryanair-Streik beschäftigt die Reisebüros

Doch nicht nur die Hitze beschäftigt zurzeit die Reisebüros, jetzt blüht ihnen und den Kunden auch noch ein Streik der Piloten der Fluggesellschaft Ryanair. Für sie kein Thema, so Lückertz. Wenn Veranstalter die Fluggesellschaft mit ins Boot geholt haben, dann müsste der Reiseveranstalter auch eine Lösung anbieten. Der neuerliche Streik spiele den Veranstalterreisen in die Hände, davon ist Christoph Lückertz überzeugt.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5964765?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F