Fr., 10.08.2018

US-Sanktionen gegen den Iran Erzwungener Rückzug

Gerhard Laudwein

Gerhard Laudwein Foto: Morsey/IHK

Münster - 

Über Geschäftskontakte heimischer Unternehmen in den Iran möchte sich niemand äußern. IHK-Experte Gerhard Laudwein vermutet, dass die Betriebe aufgrund der US-Sanktionen gegen den Iran momentan nur laufende Geschäfte abwickelten.

Von Peter Werth

Reden möchte darüber niemand, wenn es um Geschäftskontakte heimischer Unternehmen in den Iran geht, sagt Gerhard Laudwein von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen in Münster. Vor dem Hintergrund der von den USA wieder in Kraft gesetzten Sanktionen seien die Firmen vorsichtig geworden. „Derzeit werden nur noch die laufenden Geschäfte abgewickelt“, berichtet der Teamleiter International bei der IHK. Im Kammerbezirk sind im Iran-Geschäft vornehmlich Maschinenbauer, aber auch Unternehmen aus der Nahrungsmittel- und Tierfutterindustrie engagiert.

Keine Kredite mehr für Iran-Geschäft

Kein Unternehmen wolle es riskieren, vom Geschäft mit US-Firmen ausgeschlossen zu werden. Zudem fänden sich keine Banken mehr, die Kredite für Geschäfte mit dem Iran bereitstellten. Denn auch die würden in einem solchen Fall von Sanktionen aus den USA betroffen. Dieses Risiko werde kein Geldinstitut eingehen. Bis vor gut drei Monaten hätten etwa Sparkassen und Volksbanken noch kein Problem gesehen. Das sei seit dem Inkrafttreten der Sanktionen gegen den Iran am Montag anders. Sie müssten nun selbst Angst haben, auf der Sanktionsliste der USA zu landen, sollten sie Gelder für Geschäfte mit dem Iran bereitstellen.

2016 Iran-Geschäft noch euphorisch

„Im Jahr 2016 lief das Iran-Geschäft recht euphorisch an“, erinnert sich Laudwein. Damals war das Nuklearabkommen zwischen den USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite abgeschlossen und die Sanktionen aufgehoben worden.

Profitieren vom erzwungenen Rückzug deutscher Unternehmen aus dem Iran-Geschäft werde zweifelsfrei China. Davon ist Laudwein überzeugt. Denn die Asiaten interessiere die Sanktionsdrohungen aus dem Hause Trump nicht.



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