Fr., 10.08.2018

Stadt wünscht ausschließlich die Ansiedlung von Produktionsfirmen Warum will keiner kommen?

Für die Ortspolitiker ist die äußerst schleppende Vermarktung der Grundstücke im Gewerbegebiet ein brisantes Dauerthema:(v.l.) der stellvertretende Bürgermeister Michael Peitzmeier, der Ortsunionsvorsitzende Dietmar Tepper und CDU-Ratsherr Horst Karl Beitelhoff.

Für die Ortspolitiker ist die äußerst schleppende Vermarktung der Grundstücke im Gewerbegebiet ein brisantes Dauerthema:(v.l.) der stellvertretende Bürgermeister Michael Peitzmeier, der Ortsunionsvorsitzende Dietmar Tepper und CDU-Ratsherr Horst Karl Beitelhoff. Foto: na

Münster-Wolbeck - 

Die Vermarktung des Gewerbegebietes in Wolbecks Norden verläuft nach wie vor sehr schleppend.

Von Martina Schönwälder

Seit nunmehr 13 Jahren besteht der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet in Wolbecks Norden und gibt für Gewerbetreibende die Möglichkeit, sich auf einem der Baugrundstücke der insgesamt 175 000 Quadratmeter großen Fläche anzusiedeln. „Zum Verkauf stehen derzeit aber immer noch 123 000 Quadratmeter“, macht Wolbecks CDU-Ratsherr bei einem Ortstermin deutlich, wie äußerst schleppend bislang die Vermarktung der Gewerbeflächen erfolgt ist.

Stellt sich die Frage, warum das so ist. In erster Linie vorgesehen ist die Ansiedlung heimischer Produktionsfirmen, wie es ja auch schon in drei, vier Fällen geschehen ist. „Vielleicht könnte das Gebiet auch interessant für Dienstleistungsunternehmen sein, wenn die Möglichkeit bestünde hier Bürogebäude zu errichten“, meint Beitelhoff und fordert die Stadt damit zu mehr Flexibilität auf. Seiner Meinung nach müsste auch die zukünftige, gute verkehrliche Anbindung durch den Bau der beiden Umgehungsstraße bei der Vermarktung viel stärker herausgestrichen werden.

Durch die seiner Meinung nach sehr ansprechende Infrastruktur, die man in Wolbeck und Angelmodde durch den Bau zwei neuer Kitas und einer neuen Grundschule erreicht hat, müsste doch die Grundlage gegeben sein, Wolbeck nicht als Arbeitsort, sondern auch als Wohnort zu wählen, sagte der stellvertretende Bürgermeister in Münster-Südost, Michael Peitzmeier. Und meinte damit, dass es an den Bemühungen seitens des Stadtteils nicht liegen könne, dass das Gewerbegebiet noch einer Freifläche gleicht.

Eher liegt es dagegen sicher an der Tatsache, dass es auf der Gewerbegebietsseite an der Münsterstraße noch keine Breitbandverkabelung gibt. Er sei schon mehrfach bei der Wirtschaftsförderung und der Stadt deshalb vorstellig gewesen, erklärt Beitelhoff. „Kein Unternehmen kann auf eine gute digitale heute mehr verzichten“, betont auch Peitzmeier. In Wolbeck hat es dazu geführt, dass das große Unternehmen, das zu den ersten im Gewerbegebiet gehörte, selbst die sehr teuren Anschlussgebühren gezahlt hat. „Eigentlich kaum zumutbar“, meint Beitelhoff.

Dass eine hohen Ansprüchen genügende Digitalisierung im Gewerbe und in der Industrie eine immer größere Rolle spielt, ist auch für Thomas Robbers, Geschäftsführer bei der Wirtschaftsförderung eine feste Größe. Allerdings: „In unseren Befugnissen liegt ausschließlich die Erschließung der Gewerbegebiete. Die Breitbandverkabelung ist keine öffentliche Aufgabe“, betont er. Aber er sieht die Glasfaserversorgung in Wolbeck als „durchaus problematisch“ an. Zumal es sich in Wolbeck um ein für Stadtteile relativ großes Gewerbegebiet handele. Es bestehe einfach die Notwendigkeit für die Unternehmen, die die Breitbandverkabelung durchführen, dass es für sie eine lohnenswerte Investition sei. Und das scheint derzeit dort nicht gegeben.

Den Überlegungen Beitelhoffs, auch dem Dienstleistungsbereich durch den Bau von Bürogebäuden eine Chance zu geben, stellt Robbers entgegen: „Von der Stadt ist klar gewünscht, dass es sich ausschließlich Produktionsfirmen handeln soll, die sich dort ansiedeln.“



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