Fr., 10.08.2018

Phänomen am Nachthimmel Am Wochenende regnet es Sternschnuppen

Phänomen am Nachthimmel: Am Wochenende regnet es Sternschnuppen

Hunderte Sternschnuppen schwirren am Wochenende durch den Nachthimmel. Foto: dpa

Münster - 

Erst Mondfinsternis, jetzt Sternschnuppenregen: Ein Phänomen jagt derzeit das nächste am Nachthimmel. Wie, wo und wann sich das Spektakel am besten beobachten lässt und was überhaupt hinter dem Naturschauspiel steckt, erfahren Sie hier.

Von Luisa Simonsen

Es ist noch gar nicht lange her, da ließ die Mondfinsternis die Köpfe der Münsteraner in den Nacken sinken. Und an diesem Wochenende gibt es wieder einen guten Grund, die Aufmerksamkeit gen Himmel zu wenden. In der Nacht von Sonntag auf Montag (12./13. 8.) erwarten Astronomen einen regelrechten Sternschnuppenregen. Der jährlich auftretende Meteorstrom erreicht dann seinen Höhepunkt.

Fotostrecke: So schön war die Mondfinsternis in Münster

Bis zu 100 Sternschnuppen in einer Stunde

Das Maximum ist in der Nacht zum Montag erreicht. Theoretisch kann man an dem Abend bis zu 100 Sternschnuppen in einer Stunde sehen, sagt Bianca Fialla, Sprecherin des Planetariums Münster. Weil das Sichtfeld des Menschen jedoch nicht alle erfasst, ist die tatsächliche Zahl aber geringer. Die Perseiden sollen mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen.

„Der Mond ist am Sonntagabend eine schmale Sichel“, erklärt Ewald Segna vom Verein Sternfreunde Münster. Wenig Licht ist die ideale Voraussetzung für gute Sicht auf die Sternschnuppen. Am besten sei sie zwischen 1 Uhr und dem Morgengrauen außerhalb der Stadt. „Gehen Sie von Münster aus in die Bauerschaften gen Norden – fern von Fremdlicht“, rät Segna.

Ferngläser zu Hause lassen

Außerdem solle man eine Decke mitbringen. Unter dem wolkenlosen Himmel könne es schnell frisch werden. Auf Ferngläser könne man hingegen verzichten: „Mit dem bloßen Auge sieht man mehr“, sagt Segna. In diesem Jahr soll der Schnuppenschauer besonders spektakulär ausfallen: „Diesmal kommen die Perseiden frontal auf die Erde zu geschossen, wenn dann noch das Wetterverhältnis gut ist, wird es brutal!“, so der Sternfreund.

Fotostrecke: Sternschnuppen

Staubteilchen, sogenannte Perseiden, bestehen aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn jedes Jahr um den 12. August die Staubspur, die dieser Komet im All hinterlassen hat. Die Staubteilchen treffen dabei mit hoher Geschwindigkeit auf die Atmosphäre und bringen so die Luftmoleküle zum Leuchten. Die Perseiden verdanken ihrem scheinbaren Ausgangspunkt, dem Sternbild Perseus, ihren Namen, berichtet der Amateurastronom Segna. 

Keine Sternschnuppen-Events 

Zu diesem jährlichen Ereignis haben weder Sternfreunde, noch das Planetarium Sonderveranstaltungen geplant. „Dieses Ereignis sollte man als Einzelbeobachter mit dem Partner genießen“, rät Fialla. "Am besten am Montag freinehmen und die ganze Nacht auf dem Feld verbringen" lautet Segnas Geheimtipp. Nachzügler des Meteorstroms können laut Fialla aber noch bis zum 24. August zu sehen sein.

Fotostrecke: Mondfinsternis



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