Sa., 11.08.2018

Pro & Contra Nach Fischsterben: Gedanken zur Zukunft des Aasees

Pro & Contra: Nach Fischsterben: Gedanken zur Zukunft des Aasees

Foto: Matthias Ahlke

Im Aasee sterben die ­Fische. Sollte der See nicht besser ökologisch umgestaltet und re­naturiert werden? Zwei Meinungen zum Thema.

Von Lukas Speckmann, Klaus Baumeister

PRO

Die Aa ist kein See

Die folgenden Zeilen sind eine Zumutung. Sie fordern nichts anderes, als darüber nachzudenken, ob Münsters geliebter Aasee überhaupt eine Zukunft hat. Und wenn ja, welche. Der Aasee war schon immer ein Problemkind. Die Münster‘sche Aa ist ein viel zu kleines Fließgewässer, um einen 40-Hektar-Stausee ordentlich zu füllen; der See ist zu flach, um ökologisch stabil zu sein.

Ein Kneippbecken als Naherholungsgebiet: Wohin das führen kann, erleben wir jetzt. Erst die Blaualgen, dann die toten Fische. Was kommt als Nächstes?

Zuschütten ist keine Lösung, dafür ist der Aasee den Münsteranern zu sehr ans Herz gewachsen, dafür ist er als Frischluftschneise und Hochwasserschutz zu wichtig. Aber wenn der Klimawandel ernst macht, geht es nicht mehr wie bisher. Der Vorschlag lautet: Wasserfläche verkleinern, Uferbereiche renaturieren und die vorbildlich umgestaltete Flusslandschaft am Südwestufer weiter in Richtung Stadt ausdehnen.

Das würde einen Teil des Neuen Aasees der 70er-Jahre kosten. Sei‘s drum: Verglichen mit dem Aasee ist der Dortmund-Ems-Kanal ein klarer Gebirgsbach. Das könnte derzeit jeder Fisch bestätigen.

von Lukas Speckmann

 

Fotostrecke: Fischsterben im Aasee

 


CONTRA

Was wäre die Aa ohne Aasee?

Zugegeben, der Aasee ist kein ökologisch hochwertiges Gewässer, geschweige denn ein Badegewässer. Aber der Aasee ist der Aasee. Die Münsteraner lieben ihn, sie nutzen sein Ufer für Spaziergänge und als Joggingstrecke, das ihn umgebende Grün als Grillplatz und Liegewiese.

All das wäre infrage gestellt, sollte man das tragische Fischsterben als Anlass für eine Umgestaltung und Renaturierung nehmen. Gemessen an dem ausgesprochen mickrigen Zulauf, den der Aasee über den Oberlauf der Aa erhält, wäre eine Aufwertung unweigerlich verbunden mit einer Verringerung der Wasserfläche. Der Aasee wäre nicht länger der Aasee, sondern eher eine etwas aufgepeppte Aa.

Das ist zu viel der Romantik, wenn man gleichzeitig bedenkt, dass auch an anderen markanten Stellen im Stadtgebiet, etwa an der Promenade, der Mensch gestaltend in die Natur eingegriffen hat.

Hand aufs Herz: Auch wenn es nicht so aussieht, ist der Aasee genauso künstlich wie der Kanal und der Stadthafen. Diese Gewässer haben eine ebenso große Magnetwirkung wie der Aasee. Niemand käme auf die Idee, den Kanal zu renaturieren.

Fotostrecke: Entsorgung toter Fische am Aasee



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