Fr., 10.08.2018

Bäume leiden unter Trockenheitsstress Waldbrandgefahr: Keine Entwarnung nach dem Regen

Die alte Robinie am Friedrich-Ebert-Platz brach bei stürmischem Wind auseinander. Am Freitag wurde sie zerlegt.

Die alte Robinie am Friedrich-Ebert-Platz brach bei stürmischem Wind auseinander. Am Freitag wurde sie zerlegt. Foto: Björn Meyer

Münster - 

Es hat geregnet, es ist kühler geworden: War es das mit der großen Trockenheit? Münsters Stadtförster winkt ab: Das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Von Lukas Speckmann

Wochenlang haben Förster und Waldbesitzer nichts so sehnlich erhofft wie Regen. Nun hat es geregnet, sogar verhältnismäßig kräftig, und die Temperatur hat spürbar nachgelassen. Ist damit die Waldbrandgefahr gebannt?

„Ich kann keine Entwarnung geben“, sagt Stadtförster Hans-Ulrich Menke. „Der einzige Unterschied, den Sie im Wald bemerken: Es staubt nicht mehr so.“ Das Regenwasser habe kaum Gelegenheit erhalten, die Baumwurzeln zu erreichen. „In der Hohen Ward finden Sie Stellen unter Bäumen, die komplett trocken geblieben sind.“ Zehn Tage hartnäckiger Landregen – das hätte geholfen.

Das wenige Wasser auf den Blättern sorge höchstens für etwas Abkühlung. Doch in kürzester Zeit sei wieder alles ausgetrocknet. Der Regen am Donnerstag habe allenfalls bis Freitagmittag gewirkt, Stadt- und Waldbäume leiden unverändert unter Trockenheitsstress. Betroffen sind vor allem Flachwurzler: Hans-Ulrich Menke berichtet, dass selbst in unmittelbarer Nähe zum Aasee große Bäume wie Erle und Birke derzeit schlappmachten, während etablierte Tiefwurzler wie Linde und Eiche immer noch standhielten.

Beschleunigte Verdunstung des Oberflächenwassers

Regen und kühlere Temperaturen bringen immerhin kurzfristige Entspannung, während der stürmische Wind für neue Probleme sorgt. Zum einen beschleunigt er die Verdunstung des Oberflächenwassers, zum anderen sind die ausgetrockneten Bäume nicht mehr so elastisch wie sie sein sollten. Von großen Sturmschäden wie in den Nachbarkreisen ist Münster verschont geblieben – es gab nach Auskunft von Hans-Ulrich Menke vor allem einige Brüche. Allerdings hat es eine Robinie am Friedrich-Ebert-Platz erwischt, die am Freitag vom Grünflächenamt zerlegt und abtransportiert wurde.

Der Baum sei regelrecht auseinandergebrochen – allerdings war er bereits verseilt und darum stabil. „Ein alter Baum mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern“, sagt der Förster. „Das ist sehr schade.“



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