Fr., 10.08.2018

Tragisches Unglück in den Alpen Wissenschaftler stürzt in den Tod

Tragisches Unglück in den Alpen: Wissenschaftler stürzt in den Tod

Im Karwendelgebirge, zwischen Mittenwald und Innsbruck, stürzte der Münsteraner in den Tod. Foto: dpa

Münster - 

Ein Münsteraner ist am Mittwoch bei einer Wanderung im Karwendelgebirge in den Tod gestürzt. Wie die österreichische Polizei am Freitag bestätigte, handelt es sich bei dem Mann um den langjährigen Vorsitzenden des Senats der Universität, Prof. Dr. Georg Peters.

Von Martin Kalitschke

Ein Münsteraner ist in den Alpen in den Tod gestürzt. Das tragische Unglück ereignete sich am Mittwoch im Karwendelgebirge, das sich zwischen dem bayrischen Mittenwald und Innsbruck befindet.

Wie die zuständige Polizeidienststelle im österreichischen Mutters am Freitag gegenüber unserer Zeitung bestätigte, handelt es sich bei dem Toten um Prof. Dr. Georg Peters. Der renommierte Wissenschaftler war erst vor wenigen Wochen als Vorsitzender des Senats der Universität Münster verabschiedet worden. Peters hatte das Amt vier Jahre inne, offiziell hätte seine Amtszeit am 30. September geendet.

Bestes Wanderwetter

Der Wissenschaftler und seine Ehefrau waren nach Angaben der Polizei bei bestem Wanderwetter in den Alpen unterwegs. Am Mittwochvormittag waren die beiden mit der Karwendelbahn von Mittenwald aus auf die in 2244 Meter Höhe gelegene Bergstation gefahren.

Hier blieb seine Frau zurück, während Peters über den Mittenwalder Höhenweg zur 2374 Meter hohen Nördlichen Linderspitze und dann weiter auf dem Heinrich-Noe-Steig, einem alpinen Höhenweg, wanderte.

Der Sprecher der örtlichen Polizei bezeichnet den Weg als „anspruchsvoll“. Das Gelände sei felsig, teilweise führe die Strecke über Gratabschnitte, wiederholt müsse geklettert werden. Wer diese Tour mache, der müsse „trittsicher und schwindelfrei sein“.

Fehltritt an Felswand 

Peters sei nach dieser Rundwanderung nur noch 300 Meter von seiner Frau entfernt gewesen, als er am Mittwochmittag nach einem Fehltritt an einer etwa zehn Meter hohen, senkrechten Felswand und dann weitere 50 Meter durch eine steile, felsdurchsetzte Rinne abstürzte, so die Polizei. Die Ehefrau, die den Sturz mit angesehen habe, informierte umgehend per Handy die Bergrettung.

Von Innsbruck aus startete ein Rettungshubschrauber, der kaum eine Viertelstunde später, gegen 14.15 Uhr, am Unglücksort eintraf, berichtet die Polizei.

Der Notarzt, der mithilfe eines Seils in der steilen Wand abgesetzt wurde, konnte jedoch nur noch den Tod des Münsteraners feststellen. Er wurde daraufhin von einem Polizeihubschrauber geborgen.

Profilierter Hochschullehrer

An der Universität gilt Peters, der 67 Jahre alt wurde, als einer der profiliertesten Hochschullehrer. Er gehörte nicht nur viele Jahre dem Senat der Universität an, sondern war zudem bis zu seinem Tod Direktor des In­stituts für Medizinische Mi­krobiologie des UKM (Universitätsklinikum Münster).

Peters arbeitete zudem im Exzellenzcluster „Cells in Motion“ mit und gehörte bis vor wenigen Wochen auch dem Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an.  



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