Stillstand auf der Großbaustelle
Bombensuche bremst Ausbau der B 51

Münster -

Eine ungewöhnliche Ruhe herrscht derzeit auf Münsters größter Straßenbaustelle - seit fünf Wochen. Nach einem zwischenzeitlichen Baustopp soll es nun zügig weitergehen.

Dienstag, 14.08.2018, 18:27 Uhr
Die ersten Spundwände für die neuen Zufahrtsrampen und die Behelfsbrücke Wolbecker Straße über die Umgehung (B 51) sind gesetzt. Nach fünfwöchigem Baustopp wegen der Kampfmittelsondierung gehe es nun zügig weiter, verspricht der Landesbetrieb Straßen NRW.
Die ersten Spundwände für die neuen Zufahrtsrampen und die Behelfsbrücke Wolbecker Straße über die Umgehung (B 51) sind gesetzt. Nach fünfwöchigem Baustopp wegen der Kampfmittelsondierung gehe es nun zügig weiter, verspricht der Landesbetrieb Straßen NRW. Foto: hpe

„Es ist für einen Anwohner nicht zu ertragen, mit welcher Gelassenheit und Ruhe dort nicht gebaut wird“, schimpft Heinrich Büscher. Und meint die Großbaustelle zum Ausbau der Umgehungsstraße (B 51), wo sich fünf Wochen lang kein Bagger drehte und keine Raupe den Boden planierte.

„Verkehrsstaus und Gefährdungen über Monate und Jahre sind die Folge, wer bezahlt eigentlich den Stillstand?“, fragt sich der Ingenieur aus Münster.

Der Landesbetrieb Straßen NRW hat eine Erklärung für die ungewöhnliche Sommerruhe auf Münsters größter Straßenbaustelle. „Der Kampfmittelräumdienst musste verschiedene Verdachtspunkte ausgraben, und in dieser Zeit konnten natürlich keine Bauaktivitäten stattfinden“, so Projektleiter Peter Holz vom Landesbetrieb.

Brückenbau im Frühjahr 2019 

Seit dem 27. Juli habe man nun eine bescheinigte Kampfmittelfreiheit in dem großen Areal zwischen Wolbecker Straße und Ausbaustrecke in Richtung neuer Knotenpunkt Warendorfer Straße. „Wir hatten Probleme, die Kampfmittel-Spezialisten überhaupt zu bekommen. Nun aber ist alles erledigt, und die Arbeiten sind wieder in vollem Umfang aufgenommen worden“, versichert Holz.

So wird die Umgehungsstraße aussehen

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  • In Richtung Norden zeigt diese Animation. Es handelt sich praktisch um die Einfahrt in den Trog, im Bild die Brücke am Laerer Landweg.

    Foto: Straßen NRW
  • Der Knotenpunkt Wolbecker Straße ist auf dieser Animation zu sehen. Die Zu- und Abfahrten sind mehrspurig, um ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Auch auf der Wolbecker Straße wird es im Kreuzungsbereich erhebliche Veränderungen geben.

    Foto: StraßenNRW
  • So soll es Ende dieses Jahrzehnts an dem Knotenpunkt Umgehungsstraße (B 51), Warendorfer Straße und B 481 aussehen. Der Landesbetrieb Straßen NRW als Bauherr hat eine Animation veröffentlicht. Zur Orientierung:Die große Straße, die in der Mitte nach oben führt, ist die neue B481. Sie verbindet den Knotenpunkt mit dem Schifffahrter Damm. Nach links geht die Warendorfer Straße in Richtung Innenstadt, nach rechts in Richtung Telgte. Die große Straße unten ist die B 51 in Richtung Autobahnkreuz Münster-Süd. Die kleine Straße oben halbrechts ist die Dyckburger Straße, unten rechts die Mondstraße.

    Foto: Straßen NRW
  • Gut zu erkennen ist hier, wie nah die Wohnsiedlung am Stehrweg an die Umgehungsstraße heranrückt.

    Foto: Straßen NRW
  • In Richtung Süden, sprich von der Brücke am Pleistermühlenweg in Richtung Wolbecker Straße, geht an dieim Trog sind in der Mitte durch Betonriegel getrennt.

    Foto: Straßen NRW

An den Zufahrten zur Wolbecker Straße ragen nun erste Spundwände für die neuen Zufahrten auf die B 51 aus dem Boden. Sie sind später einmal auch der Unterbau für die Behelfsbrücke der Wolbecker Straße über die Umgehungsstraße. Dort entsteht ab dem Frühjahr 2019 eine neue und mit 30 Metern doppelt so breite Brücke über die Umgehungsstraße. Weil der Verkehr auch in der Bauphase auf der strak frequentierten Wolbecker Straße zumindest zweispurig rollen muss, ist jetzt allerdings erst der Bau der Behelfsbrücke an der Reihe. Unmittelbar danach kann der Altbau abgebrochen und durch das neue Bauwerk ersetzt werden.

Errichtung von Lärmschutzwand 

Büscher schlägt vor, im Sinne einer schnelleren Fertigstellung des Umgehungsausbaus mit mehreren Firmen aus dem gesamten Streckenabschnitt zeitgleich zu arbeiten, statt wie an einer Perlenkette aufgezählt jede Baustelle nacheinander anzugehen. „Das funktioniert aber nicht, weil wir ja den Verkehr auch in der Bauphase über die B 51 rollen lassen wollen“, so Holz. Nur mit einer jahrelangen Vollsperrung könnte man gleichzeitig alles anpacken.

Parallel zu den Arbeiten an den Zufahrten wird jetzt die 235 Meter lange Lärmschutzwand in Richtung Wohngebiet Mühlhäuser Straße am Fernsehturm gebaut.

Bombensuche auf der B 51

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  • Die Bundesstraße wurde zwischen Warendorfer Straße (Bild) und Wolbecker Straße komplett gesperrt.

    Foto: hpe
  • Löcher in der Umgehungsstraße:

    Foto: hpe
  • Am Montag, 24. Juli, wurde die B 51 in Münster gesperrt, um nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen.

    Foto: hpe
  • Der Kampfmittelräumdienst hat mit Sondierungsbohrungen in der Fahrbahndecke in Höhe St. Mauritz begonnen.

    Foto: hpe
  • Sollte sich der Verdacht an einem der Punkte bestätigen, muss großflächig gegraben werden.

    Foto: hpe
  • Dann wären auch Evakuierungen und kontrollierte Sprengungen möglich.

    Foto: hpe
  • Für die Arbeiten sind etwa zwei Wochen angesetzt. So lange bleibt die Umgehungsstraße zwischen Warendorfer Straße und Wolbecker Straße gesperrt.

    Foto: hpe

Bis der komplette, knapp 100 Millionen Euro teure Ausbau der B 51 mit Verlängerung in Richtung Schifffahrter Damm als neue, leistungsfähige Süd-Ost-Verbindung vollendet sein wird, dürfte es laut Straßenbetrieb „Anfang des nächsten Jahrzehnts“ sein.

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