Mi., 15.08.2018

Lästige Brummer Plagegeister nerven: Wespen-Alarm in Münster

Wespen-Alarm im Super-Sommer: Die Plagegeister umschwirren momentan bei schönem Wetter jegliche Form von Nahrung, wenn sie zuckerhaltig ist. Die ausgebliebene Kälte im Juni führt dazu, dass seit Tagen extrem viele Wespen ausschwärmen.

Wespen-Alarm im Super-Sommer: Die Plagegeister umschwirren momentan bei schönem Wetter jegliche Form von Nahrung, wenn sie zuckerhaltig ist. Die ausgebliebene Kälte im Juni führt dazu, dass seit Tagen extrem viele Wespen ausschwärmen. Foto: dpa

Münster - 

Wespen entwickeln sich zu wahren Plagegeistern. Bei Mahlzeiten im Freien umschwirren sie Kuchen, Marmeladengläser und Wurst. In diesem Jahr sind ungewöhnlich viele Wespen unterwegs.

Von Gabriele Hillmoth

Wespen-Alarm in Biergärten, auf Balkonen und in Bäckereien: Die Insekten entwickeln sich in diesem Jahr zu Plagegeistern. Sie stürzen sich auf alles Essbare. Zwetschgenkuchen mögen sie gerne, aber auch Fleisch und süße Getränke. Seit 20 Jahren arbeitet Stefanie Töns in einer Bäckerei: „Aber so extrem viele Wespen habe ich noch nicht erlebt.“

Die lästigen Brummer auf Distanz zu halten, ist derzeit kaum möglich. „Da hilft nur noch ein Deckel auf dem Getränk“, rät Thomas Hövelmann vom Naturschutzbund in Münster. Momentan summen die Plagegeister überall herum.

Kaum stehen Kuchen, Grillfleisch und Getränke auf den Tischen, schwirren die gelb-schwarzen Tierchen zum Angriff. Das nervt. Da bringt ein Regentag wie am Dienstag schon etwas Entspannung. Doch in den kommenden Tagen soll es wieder warm werden, dann kehren die Wespen zurück.

Extremes Wespen-Aufkommen

Im Supersommer 2018 ist der Wespen-Alarm noch ex­tremer als sonst. Das spürt Stefanie Töns in ihrer Bäckerei an der Hafenstraße. Die Filialleiterin hat keine Angst vor den Wespen und ignoriert die Tiere. „Ich bin bis heute auch noch nicht gestochen worden“, freut sich Töns, die beim Verpacken von Kuchen nur darauf achtet, dass sie keine Wespe in die Finger bekommt. Die Kunden, das merkt sie, würden aber schon mal einen Schritt Abstand von der Theke halten.

An diesem heißen Tag brummen unzählige Tierchen munter auf einem Stück Mohnkuchen mit süßem Zuckerguss, den sich die Plagegeister ausgesucht haben. Auch vier Donuts haben die Wespen an dem Tag geschafft, zieht Stefanie Töns Bilanz.

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In den vergangenen Tagen sei es aber auch wirklich besonders schlimm mit der Wespen-Plage, stellt Lydia Bianco vom Eiscafé Milano an der Wilhelmstraße fest. Sie versucht, die Plagegeister darum auf der Außenterrasse mit brennendem Kaffeepulver in einer feuerfesten Schale zu vertreiben. Ein Hausmittel, von dem sie gehört habe und von dem die Eisspezialistin meint, dass es tatsächlich hilft. Als lästig und besonders aggressiv beschreibt aber auch Lydia Bianco die Wespen in diesem Jahr. Viele ihrer Kunden bevorzugten darum zurzeit einen Platz im Café.

Tipps

Wespen-Alarm, was tun? Hier einige Tipps, die helfen können, dass es nicht zu Wespenstichen kommt:

► Wegpusten der Wespen vermeiden, denn das Kohlendioxid in der Atemluft steigert die Angriffslust der Tiere. Aggressives Schlagen macht die Tiere noch aggressiver.

► Sanftes Beiseiteschieben mit der Hand schadet nicht.

► Wassernebel aus einer Sprühflasche täuscht Regen vor, die Wespen ziehen sich ins Nest zurück.

► Getränke und Speisen abdecken.

► Eltern sollen nach dem Essen ihren Kindern den Brei vom Mund abwischen, um keine Tiere anzulocken. Getränke in Flaschen und Dosen mit einem dünnen Strohhalm trinken.

► Parfüm und Duftstoffe meiden.

► Nähe zu Wespennestern meiden und nicht in deren Einflugschneise aufhalten.

► Gegen Wespen sollen unter anderem auch Basilikum oder mit Nelken versehene Zitronen oder Orangen helfen.

„Der trockene Sommer kommt den Wespen entgegen“, meint Dr. Marika Harz von der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die 38-Jährige rechnet aber damit, dass die Plagegeister, die proteinhaltige Nahrung bevorzugten, in sechs bis acht Wochen verschwunden sein werden. In der Tat sei der Wespen-Alarm in diesem Jahr besonders groß, so Harz.

Aufgrund der Wärme und „weil die Schafskälte ausfiel“, haben sich die Wespenvölker optimal entwickelt, erklärt sich Thomas Hövelmann den Wespen-Alarm. Der Nabu-Experte rechnet damit, dass die Tiere noch bis zu den ersten frostigen Nächten ausschwärmen, dann sei der Spuk vorbei. Hövelmann rät darum, jetzt cool zu bleiben, die Nerven zu behalten und vor allem nicht nach den Wespen zu schlagen.



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