Herrenlose Tiere
Rechtslücken: Wer zahlt für Katzen und Hunde?

Münster -

Experten schätzen, dass täglich rund 350 Katzen und 200 Hunde in deutschen Tierheimen abgegeben werden. Für die Einrichtungen bedeutet jeder Neuzugang bei „Tagessätzen“ von sieben (Katze) beziehungsweise 14 Euro (Hund) eine oft massive finanzielle Belastung – obwohl Fundtiere dem deutschen Gesetz nach als „Fundsachen“ gelten, für die die jeweiligen Kommunen aufkommen müssen.

Mittwoch, 15.08.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 15.08.2018, 12:17 Uhr
 (Symbolbild)Dr. Hannah Reidun Niermann
 (Symbolbild)Dr. Hannah Reidun Niermann Foto: dpa

Dr. Hannah Reidun Niermann hat sich in ihrer an der Universität Münster entstandenen Dissertation „Die Pflicht zur Verwahrung von Fundtieren und herrenlosen Tieren“ erstmals systematisch diesem für alle deutschen Kommunen drängenden Thema gewidmet.

Ihr Fazit: Auch nach dem jüngsten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, wonach zumindest jeder Hund, der ohne Besitzer gefunden wird, ein Fundtier ist und entsprechend von der Gemeinde aufgenommen werden muss, sei das grundsätzliche Problem noch nicht gelöst. Denn das Gericht habe weiterhin entschieden, dass das Tier bei der Gemeinde und nicht im Tierheim abgegeben werden müsse – sofern es keine ausdrückliche Vereinbarung zwischen den beiden gebe.

Ergänzende Regelungen

Aber was passiert, wenn die Kommune nicht bereit ist, praktikable Ablieferungsmöglichkeiten zu schaffen, es etwa am Abend oder Wochenende keine Anlaufstelle gibt? „Der Bundesgesetzgeber müsste die Unsicherheiten durch ergänzende Regelungen beseitigen, die speziell den Fund von Tieren regeln“, betont die Rechtswissenschaftlerin in einer Pressemitteilung. „Anzuraten wäre eine umfassende gesetzliche Regelung im Tierschutzgesetz“, so Niermann weiter.

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