Bund der Steuerzahler zieht einen Vergleich
Abwassergebühren okay – Müll zu teuer

Münster -

Im Gebührenranking schneidet Münster sehr unterschiedlich ab. Nach den Berechnungen des Bundes der Steuerzahler können sich die Abwassergebühren sehen lassen, die Abfallgebühren sind aber viel zu hoch.

Mittwoch, 15.08.2018, 15:18 Uhr aktualisiert: 15.08.2018, 16:16 Uhr
Münsters Müllabfuhr ist landesweit die teuerste.
Münsters Müllabfuhr ist landesweit die teuerste. Foto: Matthias Ahlke

Münsters Abwassergebühren sind top, die Abfallgebühren ein Flop. So in etwa kann man einen Gebührenvergleich des Bundes der Steuerzahler in NRW zusammenfassen. Die Gebühren aller Kommunen wurden dafür verglichen.

Bezogen auf einen Musterhaushalt (200 Kubikmeter Frischwasserverbrauch im Jahr und 130 Quadratmeter versiegelte Fläche auf dem Grundstück) fallen in Münster 488 Euro Abwassergebühren an. Der Landesdurchschnitt liegt bei 722 Euro. Unter den kreisfreien Städten in NRW sind nur Düsseldorf (431 Euro) und Köln (473 Euro) günstiger.

Die rote Laterne unter den kreisfreien Städten hat Mönchen­gladbach mit 919 Euro. Auch viele Münsterland-Kommunen schneiden schlechter ab als Münster. Traditionell haben Großstädte hier einen Vorteil, weil sie – gemessen an der Einwohnerzahl – ein nicht so großes Kanalnetz betreiben müssen. Trotz dieses strukturellen Nachteils ist Reken im Münsterland mit 246 Euro die günstigste Kommune im Land.

Schlechtester Wert in NRW

Extrem schlecht sieht es unterdessen bei Münster Abfallgebühren aus. Als Vergleichswert wird folgendes “Angebot“ zu Grunde gelegt: 120-Liter-Restmülltonne bei 14-täglicher Abfuhr; 120-Liter-Biomülltonne bei 14-täglicher Abfuhr sowie Papierabfall „in haushaltsüblichen Mengen“.

Hier werden in Münster 564 Euro berechnet. Unter allen NRW-Kommunen ist das der schlechteste Wert. Der Durchschnitt liegt bei 261 Euro. Vergleichbar große Städte wie Bielefeld (214), Bonn (169) oder Aachen (385 Euro) schneiden deutlich besser ab. Auch in den Umlandgemeinden des Münsterlandes wird meist nur die Hälfte an Gebühren fällig. Sieger ist die Gemeinde Dahlem mit 122 Euro.

Seit Jahren gibt es zwischen Abfallwirtschaftsbetrieben Münster (AWM) und dem Bund der Steuerzahler einen Streit über die Aussagekräftigkeit des Vergleichs bei den Abfallgebühren. So wird von den AWM bemängelt, dass für die Sperrmüllabfuhr oder die Nutzung der Recyclinghöfe keine Extra-Gebühr erhoben werde. Darüber hinaus biete Münster eine wöchentliche Abfuhr der Biomülltonne an.

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