AWM sparen 230.000 Euro im Jahr
Verfahren zur Sickerwasserreinigung senkt Kosten

Münster -

Wie kann man die Kosten für die Reinigung von Sickerwasser senken? Zur Beantwortung dieser Frage haben die Abfallwirtschaftsbetriebe in Kooperation mit einem Unternehmen in Laborphasen und Praxistests in der Sickerwasser-Reinigungsanlage in Coerde ein Verfahren entwickelt und geprüft. Das Ergebnis ist innovativ und gut fürs Portemonee.

Mittwoch, 15.08.2018, 17:15 Uhr aktualisiert: 15.08.2018, 17:19 Uhr
Von den AWM präsentieren (v.l.) Betriebsleiter Patrick Hasenkamp und Christian Lüke gemeinsam mit Norbert Schulmeyer von  „Pro-Entec“ die Patenturkunde für das innovative Verfahren zur Sickerwasserreinigung.
Von den AWM präsentieren (v.l.) Betriebsleiter Patrick Hasenkamp und Christian Lüke gemeinsam mit Norbert Schulmeyer von  „Pro-Entec“ die Patenturkunde für das innovative Verfahren zur Sickerwasserreinigung. Foto: Stadt Münster

Aus Niederschlagswasser und Eigenfeuchte der Abfälle in Deponien entsteht Sickerwasser, das mit Schadstoffen belastet ist, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung. Erst wenn es so aufbereitet ist, dass bestimmte Grenzwerte eingehalten sind, darf es zur endgültigen Reinigung in die Kläranlage geleitet werden. Wie lassen sich die Kosten für die Reinigung des Sickerwassers aus den Zentraldeponien I und II reduzieren und gleichzeitig ein ökologischer Mehrwert erzielen? Mit dieser Frage wandten sich die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) an die Firma „Pro-Entec“.

In Laborphasen und Praxistests haben die AWM und das bayerische Unternehmen in der Sickerwasserreinigungsanlage in Coerde ein Verfahren entwickelt und geprüft. „Das Ergebnis ist ein Erfolg auf ganzer Linie. Unsere Anlage wurde für dieses innovative Sickerwasserreinigungsverfahren patentiert“, berichtet AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp.

Innovatives Verfahren

Die Aufbereitung des Sickerwassers erfolgt durch eine biologische Behandlung. Im Anschluss werden Schlamm und Abwasser in der Nachklärung getrennt. Innovativ sind an dem Verfahren zwei Änderungen. Bislang waren Prozesse vor allem deshalb kostenintensiv, weil in der Schlussphase der Abwasseraufbereitung relativ viel Aktivkohle zur Reinigung verbraucht werden musste, um die Schadstoffe im Abwasser entsprechend der Grenzwerte zu reduzieren.

„In dem neuen Verfahren werden über einen Zulauf Fäll- und Flockmittel in einem Mischrohr zugegeben. Das Abwasser wird mit entspannter Luft vermischt. So lagern sich Gasbläschen an den Feststoffteilchen an, die leichter sind als Wasser und aufschwimmen“, erklärt Norbert Schulmeyer, Projektleiter bei „Pro-Entec“.

AWM spart 230.000 Euro

Auf der Oberfläche bildet sich eine Schlammschicht, die abgezogen und zu 100 Prozent  zurück in die biologische Behandlung gegeben wird. Dort werden bis zu 95 Prozent als Nährstoffe von Mikroorganismen  verwertet.

„Wir reduzieren den Schadstoffgehalt im Abwasser und müssen im letzten Schritt der Abwasseraufbereitung weniger Aktivkohle einsetzen“, unterstreicht AWM-Projektleiter Christian Lüke. Neu ist auch, dass der Schlamm nicht mehr nass entsorgt, sondern vorher eingedickt wird. So verringert sich die Menge des in entsprechenden Sondermüllaufbereitungsanlagen zu entsorgenden Schlamms um 65 Prozent“, erläutert Lüke. Durch das neue Verfahren sparen die AWM jährlich rund 230.000 Euro ein.

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