Nach Öko-Katastrophe am Aasee
Anglerverein „Frühauf“ will Fischbestand ermitteln

Münster -

Der Fischerei- und Gewässerschutzverein „Früh­auf“ will nach dem Massensterben der Fische im Aasee ab Mitte September mit Elektrofischgerät auf den See gehen und eine Bestandsaufnahme machen. Doch dafür muss es noch länger regnen.

Mittwoch, 15.08.2018, 19:00 Uhr
Nach dem Fischsterben im Aasee will der Fischerei- und Gewässerschutzverein „Früh­auf“ den Fischbestand ermitteln.
Nach dem Fischsterben im Aasee will der Fischerei- und Gewässerschutzverein „Früh­auf“ den Fischbestand ermitteln. Foto: ah

Der Fischerei- und Gewässerschutzverein „Früh­auf“ will nach dem Massensterben der Fische im Aasee „nicht in Aktionismus verfallen und einen kühlen Kopf behalten“, so der zweite Vorsitzende Horst Kröber. Am Montagabend wurde der Vorstand des rund 1500 Mitglieder starken Vereins informiert, nun sollen interne Experten des „Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe“ mit ins Boot geholt werden und beratschlagen, wie eine solche Öko-Katastrophe künftig vermieden werden kann. Kröber: „Mit der Erfahrung von heute hätte man vielleicht schon vor dem extremen Hitzemittwoch die Pumpen aufgestellt. Aber wer hätte das verantwortet, angeordnet und bezahlt?“

Auch die städtischen Gewässerökologen hätten das Unheil nicht kommen sehen. Die Sauerstoffwerte seien seit Wochen gemessen worden, es habe Schwankungen, aber keine extremen Ausschläge nach unten und schon gar nicht viele Fischkadaver gegeben. Alles habe darauf hingedeutet, dass der flache Kunstsee die heiße Phase, wie schon viele ähnliche Situationen in den Jahren davor, irgendwie packen würde.

Wassertemperatur lebensgefährlich angestiegen

Jetzt allerdings gebe es „keine schnelle Lösung“, so Kröber. Problematisch sei die Kombination aus extremen Temperaturen und monatelanger Trockenheit gewesen. Die Aa als Zufluss sei quasi versiegt, dadurch konnte die Stadt nicht mehr Eisenchlorid 3 zumischen, um damit den Phosphatgehalt des zulaufenden Wassers zu senken.

Unabhängig vom dramatisch abgesunkenen Sauerstoffgehalt durch das rasante Grünalgensterben sei aber auch die Wassertemperatur lebensgefährlich angestiegen. „Ab 26 Grad kochen die Fische innerlich und sterben an Organversagen“, so der Experte.

Verlässliche Schätzung schwierig

Eine Frischwasserzufuhr beispielsweise aus Tankwagen hätte wenig gebracht, weil es zu sauerstoffarm sei. „Wir sind guten Mutes, mit der Stadt ein Konzept für den Notfall entwickeln zu können, das für den Aasee passt“, glaubt Kröber. Im Zoograben seien wieder Fische gesichtet worden, allerdings sei aktuell eine verlässliche Schätzung schwer.

Entsorgung toter Fische am Aasee

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Ab Mitte September will der Verein mit Elektrofischgerät auf den See gehen und eine Bestandsaufnahme versuchen. Die Tiere werden kurz betäubt, an die Oberfläche geholt und dann identifiziert. So sei es möglich, auch die Arten zu klassifizieren. Aktuell wäre das für die Tiere „viel zu stressig“. „Was uns jetzt wirklich hilft, wäre viel Regen in den Baumbergen. Dann ist der Zufluss über die Aa wieder gegeben“, so Kröber.

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