Nach der Genua-Katastrophe
Experten bezeichnen Münsters Brücken als sicher

Münster -

Münsters Brücken werden regelmäßig kontrolliert und auf mögliche Schäden untersucht. Das betonten am Mittwoch der Landesbetrieb Straßen NRW, die Stadt und die Deutsche Bahn. Der Zustand sei „altersgerecht“, mehr Investitionen seien aber absehbar.

Mittwoch, 15.08.2018, 19:30 Uhr aktualisiert: 15.08.2018, 20:36 Uhr
Die Brücke, die die Umgehungsstraße mit dem Autobahnzubringer verbindet, soll in den nächsten Jahren neu gebaut werden.
Die Brücke, die die Umgehungsstraße mit dem Autobahnzubringer verbindet, soll in den nächsten Jahren neu gebaut werden. Foto: Oliver Werner

Die Katastrophe von Genua hat eine Diskussion über die Sicherheit von Brücken ausgelöst. Für Münster betonten der Landesbetrieb Straßen NRW, die Stadt und die Deutsche Bahn am Mittwoch, dass von den Bauwerken, für die sie zuständig sind, keine Gefährdung ausgehe.

„Wir haben alle Brücken regelmäßig im Blick, kennen ihren Zustand und wissen, wo Sanierungsbedarf besteht“, sagt Dirk Griepenburg von Straßen NRW. Defizite waren vor einiger Zeit an der Brücke festgestellt worden, die die Umgehungsstraße mit dem Autobahnzubringer verbindet. Der Verkehr läuft nun einspurig, die Statik sei damit bis mindestens 2035 gesichert.

Doch so lange will Straßen NRW nicht warten: In den kommenden fünf Jahren soll sie durch einen Neubau ersetzt werden, so Griepenburg. Die konkreten Planungen hätten begonnen. Und bereits im kommenden Jahr soll die Werse-Brücke in Handorf durch einen Neubau ersetzt werden. „Ich mache mir keine Sorgen, dass wir irgendwo in NRW vor Problemen wie in Genua stehen könnten“, stellt er klar.

Während Straßen NRW für überregionale Straßen – und deren Brücken – zuständig ist, kümmert sich das Tiefbauamt um die Bauwerke im Stadtgebiet. 250 Brücken gibt es nach Angaben von Abteilungsleiter Alexander Buttgereit. Neben jährlichen Kontrollen wechseln sich alle drei Jahre einfache und Hauptprüfungen ab. „Die Brücken sind in einem al tersgerechten Zustand“, mög ­liche Gefahren könne er nicht erkennen. Der Sanierungsbedarf werde allerdings zunehmen, da immer mehr Bauwerke in die Jahre kommen. So investierte die Stadt zwischen 2011 und 2017 rund 680.000 Euro in ihre Brücken – zwischen 2018 und 2022 werden es bereits 1,7 Millionen Euro sein. Dass dem wachsenden Sanierungsbedarf deutlich weniger Ingenieure sowie Bauunternehmen gegenüberstehen, die lieber lukrative Großaufträge übernehmen, sieht Buttgereit als Problem.

Nur allgemein äußerte sich am Mittwoch die Deutsche Bahn zum Zustand ihrer Brücken. Allen 25.000 Bauwerken in Deutschland sei gemeinsam, dass sie „stets einwandfrei für den Zugverkehr befahrbar sein müssen“, so ein Sprecher. Es werde daher regelmäßig kontrolliert und in großem Umfang investiert.

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