Do., 16.08.2018

Guerezas springen im Allwetterzoo ins Freie Die Affen sind los

Guerezas springen im Allwetterzoo ins Freie: Die Affen sind los

Guereza-Affen stammen aus Afrika und leben in einem begehbaren Gehege im Allwetterzoo, wenn sie von dort nicht ausbüxen. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Vier Affen sind am Mittwochabend und Donnerstagmorgen aus dem Allwetterzoo Münster ausgebrochen. Alle konnten wieder eingefangen werden beziehungsweise kehrten von alleine zurück in ihr Gehege. 

Von Ralf Repöhler

Im Gehege der Guerezas ist das Affentheater groß. Ein Weibchen ist paarungsbereit, die restlichen zehn ostafrikanischen Mantelaffen – fast alles Weibchen – sind irgendwie in Wallung. Oder auf der Flucht. Insgesamt sind seit Mittwochabend drei der schwarz-weißen Tiere – eines mit einem weiteren kleinen Jungtier auf dem Rücken – aus ihrem für Besucher begehbaren Außengehege ausgebüxt.

Und sogar über den großen Zaun des Allwetterzoos ins Freie gesprungen. Die gute Nachricht: „Alle Affen sind inzwischen wieder zurück“, sagt Zoodirektor Dr. Thomas Wilms.

Passanten sehen am Mittwochabend zur Tagesschau-Zeit einen der als neugierig geltenden Guerezas an der Aasee-Brücke hinter dem Zoo und verständigen die Polizei. Wilms setzt sich aufs Fahrrad. Doch in der einsetzenden Dämmerung taucht das Tier nicht auf, später springt es von alleine wieder über die hohen Bäume in die Anlage zurück.

Fotostrecke: Ausgebüxte Mantelaffen sind zurück im Allwetterzoo

Am Donnerstagmorgen macht sich dann ein Affe mit dem einzigen Jungtier der Gruppe auf dem Rücken auf den Patt. Das Duo wird ebenfalls am Aasee-Kanal gesichtet, flüchtet bei den Warzenschweinen vor dem Kescher und klettert schließlich von sich aus ins hoch umzäunte Gehege zurück. Gegen 9.45 Uhr macht sich dann der nächste davon. Da laust einen doch der Affe.

Über üppige Äste nach draußen gesprungen

Wie das immer funktioniert? Zoo-Kuratorin Simone Schehka hat eine Theorie: Ein Baum am Rand des offenen Geheges ist zu schnell gewachsen, jedenfalls fehlt der Rückschnitt. Die zurzeit uncoolen und unter zehn Kilo schweren Kletteraffen sind über die üppigen Äste nach draußen gesprungen, auf den nächsten Baum, gut fünf Meter entfernt hinter dem hohen Zaun und dabei sogar über einen ziemlich breiten Bach. „Die Bäume sind für die Affen der Highway und die Guerezas unsere Hochleistungssportler“, weiß Expertin Schehka.

Von dem anderen Baum über den Zoo-Zaun in die Freiheit ist es dann offensichtlich nur ein Katzensprung. Noch am Mittag wird die Säge angesetzt, um das so verführerisch hohe Grün zu kappen.

Ganz von alleine zurückgekehrt

Das Weibchen verlängert seinen Wandertag am Aasee-Kanal. Das einzige Männchen unter den Affen sitzt die ganze Zeit auf einem Ast und wartet auf die Rückkehr der wechselweise verlustigen Damen. Gut ein Dutzend Zoomitarbeiter samt Tierärztin machen sich auf der Sentruper Höhe auf die Suche. Sie geben Laute von sich, wollen das Tier zurück zum Zoo treiben. Polizisten auf Mountainbikes machen mit.

Das Guereza-Gehege wird am Donnerstag für Besucher geschlossen. Die Unruhe ist groß genug. Der Zoodirektor beruhigt: „Das sind keine gefährlichen Affen, sondern friedliche Blattfresser.“

Ein Polizist sieht schließlich, wie das ausgebüxte Affen-Weibchen über den Zaun zurück in den Zoo und ins Gehege springt. Ganz von alleine. Affentheater vorbei! Vorerst zumindest.


Zum Thema

Rückblick:

Im Mai waren auch aus dem Osnabrücker Zoo  zwei Mantelaffen ausgebrochen. Im Rahmen dieses Vorfalls äußerte sich auch die Kuratorin der Mantelaffen des Allwetterzoos Münster, Dr. Simone Scheka: Gerade im Frühling und Sommer komme es ab und zu mal zu "Ausbrüchen". Aufgrund der üppigen Vegetation haben die Tiere, die hervorragende Kletterer und Springer sind, eher die Möglichkeit den Zaun zu überwinden. 

So gibt es verschiedene Gründe für die Affen, ihr Gehege zu verlassen und wieder zurückzukehren. Zum Einen sind Affen allgemein sehr neugierig. Zum Anderen kann es aber auch vorkommen, dass die Affen sich erschrecken. Dann ist Flucht angesagt und die Tiere verlassen kurzfristig ihr Revier. Außerdem kann es vorkommen, dass sich im Rudel Rang-Streitigkeiten ergeben und Tiere deshalb die Gruppe verlassen wollen. Dies merken die Pfleger oft schon im Vorfeld und gehen präventiv dagegen vor.



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