Messungen der Stadt
Sauerstoffwerte im Aasee „stabil“

Münster -

Die Sauerstoffwerte im Aasee sind stabil. Dies teilte am Donnerstag die Verwaltung mit. Sorge bereiten allerdings nach wie vor die Blaualgen, die vor allem den alten Teil des Aasees belasten.

Donnerstag, 16.08.2018, 16:00 Uhr aktualisiert: 16.08.2018, 16:34 Uhr
Nach wie vor belasten Blaualgen die Ufer.
Nach wie vor belasten Blaualgen die Ufer. Foto: Stadt Münster

Der Aasee bleibt in einer engmaschigen Überprüfung, auch wenn die jüngsten Sauerstoffmessungen die stabilen Werte der letzten Tage erneut bestätigen. Dies teilte am Donnerstag die Stadt mit.

Das lebenswichtige Gas lag am Mittwochnachmittag (15. August) bei 13 bis 14 Milligramm pro Liter. In der Nacht sank der Sauerstoff wie üblich auf sieben bis neun Milligramm in der Fläche. „Das sind gute Werte“, betont das Grünflächenamt.

Sorge bereiten Blaualgen

Auch auf die täglichen Kontrollfahrten am und rund um den See werde noch nicht verzichtet. Die Zahl der bisher rund 50 verendeten Enten habe sich um sechs Wasservögel erhöht. Sie wurden am Donnerstagvormittag (16. August) gefunden. Wer Tierkadaver entdeckt, möge bitte die Stadt unter Telefon ✆ 4 92 67 01 informieren.

Reaktionen zum Aasee: Hafengeruch und Unverständnis

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  • Monika Hellers Arbeitsweg führt sie täglich am Aasee vorbei. Nachdem sie am Freitag die unzähligen toten Fische gesehen hat, ist sie nun verwundert: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum nicht schon eher etwas passiert ist.“ In anderen Seen der Gegend seien Fische gerettet worden, doch „hier passierte nichts“, so Frau Hellers Einschätzung.

    Foto: Hannah Würsching
  • Birgitta Beerhorst geht regelmäßig mit ihrem Hund Gandhi am Aasee spazieren. Wie schlecht es um Münsters Stadtsee bestellt ist, macht sie traurig: „Mir tut der Aasee leid.“ Doch in die Trauer mischt sich auch Wut: „Die Stadtoberen lassen sich nichts einfallen zum See.“ Für die Hundehalterin ist der See ein Stück Natur, der gut behandelt werden müsse: „Wir sind alle aufgerufen, uns darum zu kümmern.“

    Foto: Hannah Würsching
  • Student Kamill Wiczok besitzt einen Fischereischein. Er finde es bedrückend, zu wissen, dass ein Großteil der Fische aus dem Aasee jetzt tot sei. Zwar werde aktuell bei der Beseitigung der toten Tiere von der Feuerwehr gute Arbeit geleistet, aber ein früheres Einschreiten hätte das Szenario vielleicht verhindern können. „Das ist eine kleine Naturkatastrophe für Münster“, sagt er.

    Foto: Hannah Würsching
  • Robin Borkenhagen aus Münster war in den letzten Tagen häufiger am Ufer des Aasees unterwegs. Die toten Fische am Wochenende waren auch für ihn weder zu übersehen noch zu „überriechen“. „Das war ein penetranter Verwesungsgeruch und ein regelrechter Strand aus toten Fischen“, erzählt er. Er sei zwar kein Experte, aber er frage sich schon, warum vonseiten der Behörden nicht früher etwas unternommen wurde. „Man kann doch Wahrscheinlichkeiten heranziehen, wann so ein See kippt.“

    Foto: Hannah Würsching
  • Für Margarete Schweter riecht der Aasee momentan nach Hafen: „fischig und modrig“. Der Gestank sei für sie jedoch das kleinere Übel. Dass mit dem heißen Sommer noch weitere Probleme wie das Fischsterben einhergingen, sei für sie absehbar gewesen. Man hätte früher etwas unternehmen müssen, sagt sie. „Die Politik zieht sich hier aus der Verantwortung.“

    Foto: Hannah Würsching
  • Denise Rüller geht fast täglich um den Aasee herum spazieren. Für sie stinke es am See momentan „wie nach schlechten Muscheln“. Zuvor seien ihr schon zwei Entenretter einer Tierschutzorganisation entgegengekommen. „Mindestens einen toten Vogel haben die beiden in ihrer Plastiktüte dabeigehabt“, erzählt sie.

    Foto: Hannah Würsching
  • Auch Markus Haverkamp, der bereits seit 1986 im Münsterland angelt, empfindet das Fischsterben als „Katastrophe“ und „Trauerspiel“. Zwar lobt er den Einsatz der Feuerwehr, doch kämen die Maßnahmen „mindestens drei Wochen zu spät: Die Politik hat gepennt.“

    Foto: Matthias Ahlke

Sorge bereiten Blaualgen (Cyanobakterien), die aktuell vor allem den alten Aasee sowie die Uferbereiche des neuen Teils belasten. Noch seien sie aktiv – abzulesen an ihrer grünlichen Verfärbung – und produzieren keine Geruchsbelästigung.

Hautkontakt mit Wasser vermeiden

Dennoch setzt die Stadt auf Vorsorge: „Ehe die Blaualgen sich zersetzen und Schaden anrichten können, wird die Feuerwehr mit einem Hartschalenboot durch den Algenteppich fahren und ihn auf mechanischem Weg zerstören“, so Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck.

Damit solle verhindert werden, dass die Algen vor allem in den Uferbereichen übel riechende, so genannte Aufrahmungen und noch mehr Toxine bilden.

Menschen seien nicht gefährdet, Wassersportler vermeiden besser intensiven Hautkontakt mit dem Wasser, da es empfindliche Haut reizen könnte. Hundebesitzer sollten ihre Tiere nicht ins Wasser und davon trinken lassen.

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