Mi., 22.08.2018

Bienenkundler bereiten „Apisticus-Tag“ vor Bienen kurz vor der Winterruhe

Bienenkundler bereiten „Apisticus-Tag“ vor: Bienen kurz vor der Winterruhe

Die Honigbienen haben ihre Arbeit für dieses Jahr fast erledigt. Foto: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Münster - 

Die Honigbienen gehen bald in die Winterruhe. Dr. Marika Harz, Leiterin der „Bienenkunde“ in der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, und ihr Team bereiten sich dagegen auf den „Apisticus-Tag“ 2019 vor, der erstmals in der Halle Münsterland stattfinden soll.

Von Gabriele Hillmoth

Alles schwitzt und genießt den Sommer, die Honigbienen haben dagegen ihre diesjährige Arbeit fast erledigt und denken bereits an den Winter. Zumindest bereiten sich die fleißigen Insekten darauf vor. Damit wird es auch für die Imker ruhiger, von denen es im Bereich Westfalen-Lippe rund 8000 gibt. Im Rheinland schätzt Dr. Marika Harz die Zahl auf etwa 10 000. „Für den Imker sind die Bienen Haustiere“, erklärt die Leiterin der „Bienenkunde“ in der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Die 38-jährige Biologin freut sich, dass das Interesse an der Imkerei weiter wächst. Ein Durchschnittsimker beschäftige sich heute mit sechs bis sieben Völkern. Dabei sei das Hobby gerade in der Hochsaison mit viel Arbeit verbunden, erzählt die Expertin. Die Imkerei verlange Fingerspitzengefühl, Herzblut und Ruhe. „Hektik überträgt sich auf die Bienen“, meint Harz, die selbst von der Faszination eines Insektenstaates schwärmt.

„Jetzt werden die Bienen eingefüttert“, erklärt Harz. Momentan bekommen die Bienen unter anderem Zuckersirup, damit sie ihre Waben füllen und durch den Winter kommen. Die Natur hat den Bienen nicht mehr viel zu bieten. Marika Harz spricht von sogenannten Läppertrachten, was bedeutet, dass die Bienen nur noch bei spät blühenden Pflanzen erfolgreich sein können. Normalerweise würden Imker jetzt Heidelandschaften aufsuchen, doch in diesem Jahr sei dies aufgrund der Trockenheit etwas schwierig, so Harz.

Trockenheit & Hitze: für Bienen kein Problem 

Insgesamt spricht die Biologin von einer guten Frühjahrsernte. Die Sommertracht dagegen, wie die aktuelle Ernte bezeichnet wird, sei dagegen erwartungsgemäß unterdurchschnittlich ausgefallen.

Wenngleich Trockenheit und Hitze für die Bienen kein Problem darstellten, sofern sie noch Wasserstellen finden, lief das Jahr für die Tiere aber schwierig an. Erst sei es länger kühl bei Temperaturen unter zehn Grad gewesen, dann gab es einen Wärmeschub, auf den die meisten Völker noch nicht eingestellt waren, erklärt die Biologin. Anfang Mai habe sich das Leben in den Bienenvölkern dann passend eingependelt.

Neue Standort-Suche

Was mit Raps im Frühjahr begonnen hat, ging mit der „Akazienblüte“ (Robinie) und der Lindenblüte weiter. Das giftige Jakobskreuzkraut habe für den Sommerhonig keine Rolle gespielt und existiere eher in den Emsauen. Den Imkern, die auf Nummer sicher gehen möchten, rät die Bienenkunde, sich einen neuen Standort zu suchen oder früher abzuschleudern.

Natürlich haben auch die Bienenkundler in der Kammer zunehmend mit Anfragen von Imkern zu tun. Tipps, Schulungen, Wissenswertes zu Blütezeiten und Standorten sind immer wieder ein Thema. Das Interesse an der Imkerei wächst, das stellten die Bienenkundler der Landwirtschaftskammer als Veranstalter des „Apisticus-Tages“ fest.

Rund 4000 Besucher verzeichnete die zweitägige Veranstaltung in diesem Jahr. Im kommenden Jahr rechnet die „Bienenkunde“ am 2. und 3. März mit noch mehr Zulauf von Gästen und Ausstellern. Die Veranstalter ziehen darum vorsorglich vom Speicher in Coerde in die Halle Münsterland um.



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