Fr., 24.08.2018

Nachhaltigkeitsstrategie Münster will bis 2030 zur perfekten Stadt werden

Biologische Vielfalt, Kita-Plätze für alle geflüchteten Kinder, vegetarische und vegane Essensangebote in den städtischen Kantinen, gutes Leben bis ins hohe Alter: Die „Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030“ nimmt sich viel vor.

Biologische Vielfalt, Kita-Plätze für alle geflüchteten Kinder, vegetarische und vegane Essensangebote in den städtischen Kantinen, gutes Leben bis ins hohe Alter: Die „Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030“ nimmt sich viel vor. Foto: WN

Münster - 

Kaum noch Armut und Existenznot, dafür ein gesundes Lebensumfeld und bezahlbarer Wohnraum: Die „Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030“ formuliert gleich einen ganzen Katalog von Ansprüchen. Sollte die Strategie umgesetzt werden, hätte Münster das Zeug zu einer globalen Modellstadt.

Von Martin Kalitschke

Münster 2030: Den Menschen geht es gut, und der Umwelt geht es gut. Die Wohnungen sind bezahlbar, in den Quartieren leben die unterschiedlichsten Menschen glücklich zusammen. Frauen und Männer sind wirklich gleichberechtigt, Armut und Existenznot nahezu getilgt. Die Mitarbeiter der Stadt tragen fair gehandelte Arbeitskleidung, essen fair gehandelte und ökologisch hergestellte Produkte – und werden so zu Vorbildern für Gastronomie und Einzelhandel.

Münster 2030 – das soll eine andere, bessere Stadt sein als heute. Wie das ge­lingen kann, steht in einem langen Bericht mit dem sperrigen Namen „Nach­haltigkeitsstrategie Münster 2030“ (pdf), der konkreter ist, als man vermuten könnte. 57 Maßnahmen listet er auf, die diese Stadt zu einer ­vorbildlichen Kommune machen sollen. Zweieinhalb Jahre lang haben die Mitarbeiter von 22 städtischen Ämtern und Vertreter von 39 Institutionen, Beiräten, Vereinen, Verbänden und Ratsparteien an dem Dokument gefeilt, über das in den kommenden Wochen die Politik diskutieren wird.

Wunschkatalog der Nachhaltigkeitsstrategie

Die Liste ist lang – und erfasst viele Lebensbereiche der Münste­raner. Eine Auswahl:

► Bis 2030 sollen in allen Stadtteilen Quartierstützpunkte eingerichtet werden, die Beratungs- und Unterstützungsangebote entwickeln. Ziel ist eine solidarische Nachbarschaft.

► Für künstlerische Eigenbetätigung und interkulturellen Austausch soll es Begegnungsräume für alle Menschen ab dem Kindesalter geben.

► Der Anteil von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund in der Stadtverwaltung soll bis 2030 dem statistischen Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund entsprechen.

► 100 Prozent der Fließ­gewässer sollen bis 2027 in einem guten Zustand sein.

► Ab 2030 soll in Münster niemand mehr durch Lärm gesundheitlich gefährdet sein.

►Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis 2030 auf 20 Prozent erhöht werden.

►Alle Menschen sollen ihrer Qualifikation entsprechend einer „guten Arbeit“ nach­gehen.

► Bis 2030 sollen die Stadt und die kommunalen Betriebe ihren Lebensmittel­bedarf zu 100 Prozent aus umweltschonend saisonal produzierten Lebensmitteln der Region decken. Vegetarische und vegane Produkte werden zu festen Bestand­teilen des Speiseplans in den städtischen Kantinen.

Viele weitere Ziele werden aufgelistet – von nachhaltiger Gewerbeflächenentwicklung über einen „Innovationsprozess Digitalisierung“ und den Ausbau der Elektromobilität bis zur Ergänzung des Sportstättenangebots. Auf der Basis dieser Nachhaltigkeitsstrategie soll nun bis Frühjahr 2019 ein Handlungsprogramm erarbeitet werden.  



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