Die Hälfte des Personals ist weg
Kita Mariä Himmelfahrt in Personal-Nöten

Münster -

Von Personalpro­blemen in Kitas ist derzeit viel die Rede. In der katholischen Drei-Gruppen-Kita Mariä Himmelfahrt mit rund 60 Plätzen ist die Situation so schlimm, dass sich inzwischen schon der Jugendamtselternbeirat mit dem Fall beschäftigt hat. Das ist die stadtweite Interessenvertretung der Kita-Eltern.

Samstag, 25.08.2018, 12:00 Uhr
In der Kita Mariä Himmelfahrt zwischen Sudmühle und Mariendorf haben sich die Personalprobleme zugespitzt.
In der Kita Mariä Himmelfahrt zwischen Sudmühle und Mariendorf haben sich die Personalprobleme zugespitzt. Foto: Matthias Ahlke

Eltern, die sich an unsere Zeitung gewandt haben, beklagen eine hohe Fluktuation. Kurz vor den Sommerferien sei nur ein Notbetrieb möglich gewesen. „Die Kinder hatten täglich neue, ihnen unbekannte Betreuende“, so Dagmar Gast, eine der betroffenen Mütter.

Von Tag zu Tag sei neu entschieden worden, ob die Kita überhaupt geöffnet werde. Wiederholt seien die Eltern gebeten worden, die Kinder erst gar nicht zu bringen.

Vier Erzieherinnen verließen Kita

Eine Woche dauerte es, bis unsere Zeitung eine offizielle Stellungnahme der Kirche zu diesem Sachverhalt erhalten hat. Die Antworten kamen schriftlich von der bischöflichen Pressestelle.

Die Pressesprecherin Anke Lucht teilte mit, dass von Februar bis Juli vier Erzieherinnen die Kita „aus verschiedenen Gründen“ verlassen hätten. Eine weitere Fachkraft werde im Oktober in den Mutterschutz gehen.

Bei insgesamt zehn Stellen in der Kita bedeutet dies, dass 50 Prozent des Personals innerhalb von neun Monaten ausscheidet.

Kita setzt auf Notbetrieb

Wegen der „sehr angespannten Personalsituation“ habe man erwogen, so die Pressestelle weiter, „die Einrichtung schon eine Woche vor den angesetzten Sommerferien zu schließen“. Dieses Vorgehen habe das Landesjugendamt aber nicht erlaubt. So kam es zum Notbetrieb, verbunden mit der Bitte an die Eltern, „eine alternative Betreuungsform für die Kinder zu suchen“.

Nur fünf Eltern hätten ihre Kinder anderweitig unterbringen können. Gleichwohl sei mit vielfältiger Unterstützung, etwa dem Einsatz von zwei Honorarkräften, der Notbetrieb gelungen. „Der Träger und die Einrichtung haben keine Kinder abgewiesen.“ Aktuell ist noch eine Stelle vakant, für diese wie auch für die im Oktober frei werdende Stelle laufen laut Pressestelle die Ausschreibungen.

Genereller Fachkräftemangel

Anke Lucht verhehlte nicht, dass es generell einen Fachkräftemangel bei Kitas gebe. „Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft.“ Weil sich Erziehungskräfte derzeit praktisch den Arbeitsplatz aussuchen können, befürchten Eltern an der Kita Mariä Himmelfahrt, dass die strukturellen Nachteile immer wieder zu Problemen führen werden.

Die Kita liegt abseits, ist nur mit dem Auto erreichbar und baulich in keinem optimalen Zustand. Neueinstellungen, so ist weiter zu hören, erfolgen nur befristet.

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