Di., 28.08.2018

Jugendliche hacken an der Uni Per Baukasten in die Stratosphäre

Mittels eines Helium-Ballons soll es am Dienstagmorgen bereits einen Probeflug für die Messgeräte geben.

Mittels eines Helium-Ballons soll es am Dienstagmorgen bereits einen Probeflug für die Messgeräte geben. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

38 Elf- bis 17-Jährige tüfteln am Institut für Geoinformatik der Westfälischen Wilhelms-Universität derzeit an Messgeräten, um mittels eines Ballons Daten in der Stratosphäre zu sammeln.

Von Björn Meyer

Am 13. Oktober soll in Münster vor dem Schloss ein Ballon rund 40 Kilometer hoch in die Stratosphäre aufsteigen. Mit an Bord ein Messgerät, das Daten sammelt. Welche genau, das stand am Montag allerdings noch nicht fest – denn erst am Dienstagabend wird das Siegerprojekt des vom Institut für Geoinformatik durchgeführten Sense-Box-Hackathons von einer Jury gekürt. 38 Elf- bis 17-Jährige tüfteln dafür mittels der am Institut entwickelten Sense-Box 48 Stunden lang – abzüglich der Zeit für Schlaf und Essen.

„Um sechs Uhr haben die ersten heute Morgen schon wieder gearbeitet“, sagt Geoinformatiker Dr. Thomas Bartoschek am Montagnachmittag mit einem Lächeln. Bartoschek hat mit einem rund zehnköpfigen Team die Sense-Box entwickelt. Das Prinzip dahinter ist einfach: Als Baukastensystem finden sich in der kleinen, für rund 200 Euro erhältlichen Box verschiedene Sensoren sowie ein Mikro-Controller, mit denen ganz unterschiedliche Daten gesammelt werden können. Das Ziel: Eine weite Verbreitung, damit die gemessenen Daten der Wissenschaft zugute kommen. „Alles open source“, erklärt Bartoschek – das heißt, alle Daten sind für jedermann frei zugänglich.

Die Gruppe von Konstantin Achternkamp und Antonia Gärtner möchte via Fotoaufnahmen den Anteil trockener Gebiete in der Natur zeigen. Am Montag war dafür schon einiges getan. Das GPS aber bereitete der Gruppe noch Probleme, ebenso wie den Brüdern Sebastian, Daniel und Johannes Hopf.

Die meisten Teilnehmer kommen aus dem Münsterland, mit dem 17-jährigen Daniel Gessner ist aber auch ein Jugendlicher extra aus Nürnberg angereist. „Das Thema hat einfach gut gepasst“, sagt Gessner, der nach der Schule Luft- und Raumfahrttechnik studieren möchte. Da kann man auch schon mal eine sechsstündige Anreise mit dem Zug in Kauf nehmen. Er möchte mit seiner Gruppe Daten für die Raumfahrt sammeln.

Für Bartoschek und die Helfer des Instituts ist die Veranstaltung ein großer Erfolg. „Hackathon ist einfach die Königsdisziplin. Natürlich gibt es viel zu organisieren, aber alle Teilnehmer sind mit vollem Engagement dabei“, lobt er den Einsatz der Jugendlichen – einen Einsatz für die Forschung.



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