Häuser der LEG an der Straße Korte Ossenbeck
Modernisierung sorgt für Ärger

Münster -

Wenn eine Wohnung modernisiert wird, ist das eine erfreuliche Nachricht – meistens jedenfalls. Die Mieter in den Häusern 1, 3 und 5 an der Straße Korte Ossenbeck in der Aaseestadt bekamen Ende April Post von der LEG Immobilien AG als Wohnungseigentümer. In dem Brief wurden sie informiert, dass ihre Wohnungen modernisiert werden sollten. Die LEG wolle, wie es dort heißt, in weiteren Schreiben „proaktiv den Fragen der Mieter begegnen“.

Dienstag, 28.08.2018, 11:00 Uhr
Die Wohnungen in einigen Häusern der LEG an der Straße Korte Ossenbeck werden aktuell saniert. Dabei läuft offenbar nicht alles glatt.
Die Wohnungen in einigen Häusern der LEG an der Straße Korte Ossenbeck werden aktuell saniert. Dabei läuft offenbar nicht alles glatt. Foto: Erhard Kurlemann

„Passiert ist seither nichts“, berichtet Mieterin Sabine Buschmann. Inzwischen ist ein Gerüst aufgebaut worden. Es ist laut, weil Arbeiter Dübellöcher in Klinker bohren, an denen die neue Dämmung befestigt werden soll. Mieter Anjos Pinheiro hat einen Klebezettel an der Tür gefunden. „Wir kommen und bauen die Fenster ein. Bitte denken Sie daran, die Möbel abzudecken.“ Kein genaues Zeitfenster, keine Telefonnummer. Und Mieterin Helga Janson beklagt, dass die neuen Fenster zwar eingebaut worden seien, jetzt aber die Balkontür nicht mehr zu öffnen sei, weil das Maß der Tür nicht stimme. „Ich wohne seit rund 50 Jahren hier“, ist die Frau enttäuscht. Andere haben auf Fragen bislang noch keine Antworten bekommen. Eine andere Mieterin berichtet, sie sei aufgefordert worden, die übrigen Parteien über die nächsten Schritte zu informieren, weil sie ja vor Ort sei.

Anjos Pinheiro hat Bauarbeiter beobachtet, die ohne Schutzkleidung Asbestplatten abmontieren wollten. „Als ich ihnen sagte, da sei Asbest drin, haben sie eine Platte notdürftig wieder angeschraubt und sind zu einer anderen Baustelle gefahren.“ Offenbar sei gar nicht geprüft worden, ob und welche Schadstoffe in den Platten enthalten seien.

„Die Häuser sind Ende der 1960-er Jahre gebaut worden. Da waren die Asbest-Platten fast typisch“, sagt Werner Möller, der auch schon 40 Jahre in den Häusern wohnt und früher als Maurer gearbeitet hat. Viele der Mieter haben sich zwischenzeitlich an den Mieterverein gewandt oder erwägen, einen Anwalt einzuschalten, erzählt Sabine Buschmann.

„Wir müssen uns für die fehlende Kommunikation entschuldigen. Das ist nicht der Stil der LEG“, sagt Mischa Lenz. Der LEG-Sprecher kündigt an, dass ein Container aufgestellt werden soll. Darin werden regelmäßig offene Sprechstunden für die Mieter abgehalten. Der erste Termin soll am Dienstag (4. September) stattfinden. „Aber wir werden die Mieter vorher noch schriftlich informieren“, verspricht Lenz. Dieses Vorgehen habe sich auch bei anderen LEG-Bauvorhaben bewährt. In einem widerspricht Lenz: Die LEG habe am 12. Juni den Auftrag erteilt, die verbauten Materialien auf Schadstoffe zu prüfen. „Am 14. August haben wir Proben genommen. Wir warten noch auf die Ergebnisse.“ Lenz stellt klar: „Sollten die Dachplatten asbesthaltig sein, werden wir mit allen notwendigen Arbeiten, damit sie sicher ausgeführt werden können, selbstverständlich, wie wir es bei allen Maßnahmen dieser Art zu tun pflegen, eine zertifizierte Fachfirma beauftragen.“

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