Mi., 29.08.2018

Bestseller-Autor E-Mafaalani über Integration Zusammenwachsen macht Schmerzen

Aladin El-Mafaalani erläuterte in der Stadtbücherei seine These vom „Integrationsparadox“.

Aladin El-Mafaalani erläuterte in der Stadtbücherei seine These vom „Integrationsparadox“.

Münster - 

Das neue Buch des Soziologen Aladin El-Mafaalani über das „Integrationsparadox“ ist ein Bestseller. Am Dienstagabend sprach er darüber bei einer CDU-Veranstaltung in der Stadtbücherei.

Von Karin Völker

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani ist Professor an der Fachhochschule Münster, derzeit Leiter der Integrationsabteilung im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Neuerdings ist El-Mafaalani Bestsellerautor. Sein gerade erschienenes Buch „Das Integrationsparadox. Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt“ ist steht auf Platz 9 der Spiegel Bestseller-Liste. Das ausgeräumte Café Colibri der Stadtbücherei war am Dienstagabend dicht gefüllt, Besucher saßen auf dem Boden, standen in der offenen Tür, als El-Mafaalani dort auf Einladung der CDU Münster über dieses Thema sprach.

Die emotional geführte Debatte um den Rücktriit von Fußballstar Mesut Özil aus der Nationalelf, gerade aktuell die rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz: Mit dem Thema hatte die CDU einen Nerv bei vielen Münsteranern getroffen.

Mit El-Mafaalani, dem in Deutschland geborenen Sohn einer aus Syrien zugewanderten Familie tauschten sich vier Gesprächspartner aus, die sich im Thema Migration und Integration ebenfalls auskennen: Josee Mukanshimiyiman, zugewandert aus Ruanda, Vorsitzende des Vereins „Iriba Brunnen“, welcher sich um Integration bemüht, Ilda Mutti, vor Jahrzehnten aus Italien nach Münster gezogen und hier Kunst- und Kulturvermittlerin, mit Birgit Gauselmann vermittelt sie in einem Projekt Migranten Kultur in Münster um ihre Teilhabe zu fördern. Schließlich der aus dem Iran stammende Saeed Samar, Flüchtlingsbeauftragter des evangelischen Kirchenkreises und deutscher „Grundgesetzpatriot“, wie er sagte.

El-Mafaalani zeichnete ein positives Bild von der Inte­grationsfähigkeit der deutschen Gesellschaft. Die teils erregt geführte gesellschaftliche Debatte sei, so seine These, dafür der Beweis. Das hohe Problembewusstsein für Integrationsfragen zeige sowohl den selbstverständlichen Anspruch vieler Zuwanderer, dazuzugehören, als auch die hohe Sensibilität der breiten Bevölkerung. „Was wir gerade erleben ist der Schmerz, der beim Zusammenwachsen entsteht“, so El-Mafaalani.



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