Do., 30.08.2018

Rund 2000 gehen auf die Straße Friedlicher Protest gegen Rechts

Einige Hundert hatten sich an der Windthorststraße versammelt. Als die Demonstration auf dem Prinzipalmarkt ankam zählte die Polizei rund 2000 Teilnehmer.

Einige Hundert hatten sich an der Windthorststraße versammelt. Als die Demonstration auf dem Prinzipalmarkt ankam zählte die Polizei rund 2000 Teilnehmer. Foto: Björn Meyer

Münster - 

Alles hatte mit einem Aufruf über Facebook begonnen. Gefolgt sind ihm am Donnerstag viele. Sie setzten in der Innenstadt ein friedliches Zeichen gegen „rechten Hass“.

Von Björn Meyer

Etwa 2000 Menschen, so die Schätzung der Polizei, haben am Donnerstagnachmittag in Münster friedlich gegen „rechten Hass“ demonstriert. Von der Windthorststraße waren die Demonstrationsteilnehmer über die Stubengasse in Richtung Prinzipalmarkt gezogen. Dort gab es eine Abschlusskundgebung, bei der auch ein Erfahrungsbericht von jemandem verlesen wurde, der laut den Organisatoren der Demonstration bei den Ereignissen in Chemnitz vor Ort war. Dort war es nach einer tödlichen Messerattacke zu rechten Ausschreitungen gekommen.

Organisatoren zeigten sich positiv überrascht

Erst zwei Tage vor der Demo hatte sich das „Aktionsbündnis Münster gegen rechte Gewalt“ in privater Runde gegründet, wie Katharina Köhnke erzählt. Die 24-jährige, die für die SPD im Rat sitzt, ist eine der Organisatorinnen und zeigte sich selber überrascht, wie viele dem Aufruf über Facebook gefolgt waren: „Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt Köhnke, als sie auf dem Prinzipalmarkt auf die Menschenmenge schaut, die hinter ihr ankommt.

Aus einigen Hundert wurden 2000

Mit einigen Hundert Teilnehmern war die Demonstration zunächst auf der Windthorst­straße gestartet. „Sollen wir mitgehen?“, fragt ein älterer Herr im Anzug die junge Frau neben ihm, die vielleicht seine Tochter ist. Doch nicht nur er überlegt, auf dem Weg zum Prinzipalmarkt schließen sich viele Münsteraner dem Protest spontan an. An der Stubengasse schätzt die Polizei die Zahl bereits auf 1000. Längst sind das vordere und das hintere Ende des Demonstrationszuges nicht mehr gleichzeitig zu sehen. Wenig später korrigieren die Beamten die Zahl dann noch einmal deutlich nach oben.

Was die Demonstranten bewegt

Wer dabei ist? Natürlich viele junge Leute. Vorne gehen die, die immer da sind, wenn es gegen Rechts geht: die Antifa. Laut, aber ohne Aufruf zu Gewalt, skandiert sie ihren Protest. Dahinter sind Fahnen der Jusos und der Grünen zu erkennen. „Die Partei“ verteilt Aufkleber, auf denen „bedingungsloses Mindesthirn für alle“, gefordert wird. Andere Teilnehmer haben sich Pappschilder gebastelt. Lehrer, Versicherungsangestellte, Mütter mit Kinderwagen – viele lehnen sich gegen das auf, was sie Tage zuvor im Fernsehen und im Internet gesehen haben.

„Wir wollen nicht, dass diese Zustände als normal wahrgenommen werden und Menschen über Straßen gejagt werden“, sagt Köhnke. Damit steht sie in diesen Tagen ganz offenbar nicht alleine da.



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