Storchenflug live im Internet
Mit Karla und Kaline gen Süden

Münster -

Erstmalig kann der Zug zweier Störche gen Süden live im Internet verfolgt werden. Zwei Jungstörche aus dem Allwetterzoo wurden dazu mit einem Sender ausgestattet.

Freitag, 31.08.2018, 12:24 Uhr aktualisiert: 02.09.2018, 15:04 Uhr
Den Störchen werden die Sender auf die Rücken geschnallt.
Den Störchen werden die Sender auf die Rücken geschnallt. Foto: Allwetterzoo

Zum ersten Mal haben Experten des Allwetterzoos zwei im April geschlüpfte Jungstörche beringt und mit einem Sender ausgestattet. Damit soll der Zugweg der Störche gen Süden nachvollzogen werden können. In diesem Jahr brüteten 35 wilde Storchenpaare im Allwetterzoo Münster, die insgesamt 56 Jungvögel großgezogen haben. Die Population der wilden Störche im Allwetterzoo vergrößert sich von Jahr zu Jahr, heißt es in einer Pressemitteilung des Zoos.

Gleichzeitig mit der Besenderung wurde anhand von Federproben das Geschlecht bestimmt. Es handelt sich um zwei weibliche Tiere, die im Rahmen eines Namenswettbewerbs über die Zoo-Facebookseite auf Karla und Kaline getauft wurden.

Unterstützt wurde Zoo-Kurator Dr. Dirk Wewers bei dieser Aktion unter anderem durch Michael Jöbges, den Storchenbeauftragten vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv), und Michael Kaatz vom Storchenhof Loburg, einem Experten für Storchenbesenderung.

Die Sender wurden beiden Störchen wie ein kleiner Rucksack auf den Rücken geschnallt – mit viel Bewegungsfreiheit, um den Vogel nicht einzuengen oder zu behindern. Die zwei Sender sind solarbetrieben und können im besten Fall ein Storchenleben lang senden. Der Sender zeichnet alle zehn Minuten den Standort auf, wo sich der Vogel befindet und der Allwetterzoo bekommen einmal täglich die Daten über einen Satellit gesendet.

Zurzeit kann die Flugroute über einen Link auf der Zoohomepage verfolgt werden. Es bleibt abzuwarten, ob beide Vögel im nächsten Frühjahr wieder zurück nach Münster und vielleicht sogar in den Allwetterzoo fliegen, denn in der Regel bleiben Jungstörche bis zur Geschlechtsreife mit etwa zwei Jahren in ihrem Überwinterungsgebiet.

Das Winterquartier unserer Störche ist ursprünglich West- oder sogar Südafrika. Aber immer mehr Störche überwintern mittlerweile in Spanien. Dort finden sie auf den Müllkippen ausreichend Nahrung für die kühlere Jahreszeit. Die Störche in West-Deutschland – und Westeuropa ziehen über Gibraltar nach Afrika – Störche aus dem Osten Deutschlands und Europas fliegen die Route über den Bosporus und überwintern in Ost-Afrika.

Karla und Kaline haben auf der Allwetterzoo-Homepage eine eigene Seite bekommen. Unter dem Thema „Tiere und Anlagen“ gibt es eine Seite „Storchenzug“ auf der die Geschichte der beiden Störche erzählt und ein Link direkt zu ihrer Flugroute weist.

„Ich schaue mindestens einmal pro Tag nach, wo sich die beiden befinden“, so Zookurator Dr. Dirk Wewers. „Nicht nur für Vogelexperten ist es interessant zu sehen, wie der Flug der Störche verläuft. Karla befindet sich im Norden Marokkos und Kaline bei Córdoba in Südspanien. Mal schauen, ob und wann es in Richtung Südafrika weiter geht…“ 

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