Verkehrssicherheit
Sicher zur Schule dank gelber Käppies

Münster -

Rasen ist out, vor allem vor Schulen. Deshalb appelliert Radio Antenne Münster seit 13 Jahren mit der Aktion „Münster sieht gelb“ an die Verkehrsteilnehmer, Rücksicht zu nehmen. Gelbe Käppis und „Kinder-Knöllchen“ sind der Schlüssel zum Erfolg.

Freitag, 31.08.2018, 19:04 Uhr aktualisiert: 02.09.2018, 15:04 Uhr
Zwei Kinder der Martinischule verteilen zusammen mit einer Polizistin einen Dankzettel an eine Autofahrerin, die vor der Schule das Tempolimit von 30 km/h eingehalten hatte.
Zwei Kinder der Martinischule verteilen zusammen mit einer Polizistin einen Dankzettel an eine Autofahrerin, die vor der Schule das Tempolimit von 30 km/h eingehalten hatte. Foto: Pjer Biederstädt

Zoe hat morgens oft ein ungutes Gefühl auf ihrem Weg zur Martinischule. „Einige Autos fahren sehr schnell, deshalb habe ich manchmal Angst“, sagt die Grundschülerin.

Gut also, dass die Verkehrssicherheits-Kampagne „Münster sieht gelb“ wieder gelbe Schirmmützen an 2500 i-Männchen verteilt hat, um den Schulweg der Kinder sicherer zu machen.

„Mit den gelben Mützen wollen wir in die Köpfe der Autofahrer gelangen. Jeder Verkehrsteilnehmer ist aufgefordert, sein Verhalten zu überdenken“, sagte Antenne Münsters Marketingleiter Norbert Krois am Freitagmittag. Der lokale Radiosender stattet zum 14. Mal zum Schulbeginn Erstklässler mit den signalfarbenen Käppis aus – im Winter gibt es in diesem Jahr auch gelbe Strickmützen.

Zum ersten Mal fand die Aktion in einer Grundschule statt. „Ich bin der Oberbürgermeister“, sagte Schirmherr Markus Lewe und blickte in ratlose Kindergesichter. „Wie der Bürgermeister bei Benjamin Blümchen.“ Und alle wussten Bescheid. Als die Kinder Lewe einordnen konnten, waren sie auch gar nicht mehr schüchtern. Auf dem Pausenhof der Martinischule erzählten sie ihm, warum sie es nicht gut finden, wenn Autos zu schnell fahren und was dann alles passieren kann.

Dazu konnte auch Polizeipräsident Hans-Joachim Kuhlisch etwas beitragen. Die Zahl der Schulwegunfälle habe sich bei wachsendem Verkehrsaufkommen nicht erhöht. 23 Fälle registrierte die Polizei im vergangenen Schuljahr. „Bemerkenswert ist, dass davon 19 Unfälle mit dem Fahrrad passiert sind“, sagte Kuhlisch.

Dann durften die Kinder zusammen mit Schulleiterin Ursula Hockmann und zwei Polizisten die Geschwindigkeit von Autos auf der Lotharingerstraße kontrollieren. Sie verteilten Denk- und Dankzettel, an die, die zu schnell unterwegs waren oder sich an die Tempo­regelung hielten.

Ein Wettbewerb der Schulen rundet die Kampagne ab. Die schönsten Denk- und Dankzettel werden am Ende prämiert.

Das Verteilen der Zettel an die Autofahrer hat auch Zoe gut gefallen. Sie hofft, dass die Autofahrer jetzt mehr Rücksicht nehmen. Und sie auf dem Weg zur Schule keine Angst mehr haben muss.

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