So., 02.09.2018

Zeitreise im Freilichtmuseum Soldaten-Aufmarsch auf dem Mühlenhof

Eine Reise in die Zeit von Waterloo und Napoleon wartete auf die Besucher des Mühlenhofes, wo die Heimkehrer der berühmten Schlacht Station auf dem Heimweg machten und von den Handwerkern und Bauern versorgt wurden.

Eine Reise in die Zeit von Waterloo und Napoleon wartete auf die Besucher des Mühlenhofes, wo die Heimkehrer der berühmten Schlacht Station auf dem Heimweg machten und von den Handwerkern und Bauern versorgt wurden. Foto: Claus Röttig

Münster - 

Die Interessengemeinschaft Historischer Alltag entführte die Besucher des Mühlenhofs unter dem Motto „Lebendiges Museum” in die Zeit von Napoleon.

Von Claus Röttig

Wir schreiben das Jahr 1815. Napoleon ist vernichtend bei Waterloo geschlagen worden und muss ins Exil. Die Truppen, darunter auch die Mitglieder des „5ten Westphälischen Landwehr-Infanterie-Regiments“, können wieder nach Hause marschieren und machen sich auf den Weg nach Höxter. Auf ihrem Marsch machen sie auch Station in Münster, damit sich die Soldaten erholen können und die Verwundeten versorgt werden.

Am Samstag machte die Interessengemeinschaft Historischer Alltag unter dem Motto „Lebendiges Museum” im Mühlenhof am Aasee Station und entführte die Besucher in die Zeit von Napoleon. Kriegskommissar Hannes Knufinke alias Dr. Martin Klöffler, der für den Marsch der Soldaten zuständig ist, erklärte den Gästen die Besonderheiten: „Früher war die Bevölkerung verpflichtet, die Soldaten unterzubringen. Wir haben auch einen Arzt mit einem Behandlungszimmer, der sich unter anderem um einen Soldaten mit Gelbfieber und einen blind Geschossenen kümmert.”

Fotostrecke: Zurück ins Jahr 1815

So marschierten die Soldaten durch den Mühlenhof, wurden von einem Marschkommissar auf die verschiedenen Häuser aufgeteilt und erhielten ihre Ration. „Das machten die Bauern und Handwerker auch nicht umsonst, sondern sie bekamen vom Staat Geld zurück.” Daneben präsentierten die Soldaten ihre Musketen und Uniformen, und es gab Einblicke in die Taktik und die Medizin der damaligen Zeit.

„Gerade für den Mühlenhof ist besonders wichtig, dass wir unsere Häuser mit Leben füllen, und das kann man mit so einer Aktion besonders gut”, erklärte Anne Wieland vom Mühlenhof.

Das genossen die Gäste auch sichtlich: Gespannt hingen sie an den Worten von Kriegskommissar Knufinke, der darüber berichtete, wie viele Kilometer die Soldaten der Landwehr am Tag marschieren mussten: „In etwa 30 Kilometer.” Dabei waren die Soldaten noch nicht einmal Teil der regulären Infanterie, sondern wurden extra für den Krieg ausgehoben. „Es ist eine Zeitreise, aber keine Schauspielerei: Man ist wirklich in der Rolle, kann aber jederzeit in die Realität wechseln”, so Klöffler.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6020164?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F