Mi., 05.09.2018

80.000 Euro dem Finanzamt vorenthalten Ein Jahr Haft für Imbiss-Betreiber

 

  Foto: colourbox.de

Münster - 

Ein 67-Jähriger, der im Bahnhofsviertel drei Döner-Imbisse betrieb soll mit einem Freund dem Finanzamt rund 80.000 Euro an Steuern vorenthalten haben. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung.

Von Klaus Möllers

Am Landgericht ist am Mittwoch das Urteil gegen einen 67 Jahre alten Mann türkischer Herkunft gesprochen worden, der – wie berichtet – drei Döner-Imbisse im Bahnhofsviertel betrieb. Rund 80.000 Euro soll er zusammen mit einem langjährigen Freund und Landsmann (64) dem Finanzamt vorenthalten haben. Der 67-Jährige wurde zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Der Teil des Verfahrens gegen seinen Kompagnon war gegen eine Auflage von 1500 Euro eingestellt worden.

Bei dem Betrug hatte sogar eine hiesige Steuerberatungskanzlei mitgeholfen. Eine „unrühmliche Rolle“ habe das Büro gespielt, wertete der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Die zuständige Mitarbeiterin habe von dem Plan gewusst, dem Finanzamt für die Jahre 2006 bis 2009 in den meisten Fällen nur die Hälfte des Umsatzes anzugeben, wie auch der Anwalt des 67-Jährigen vor Gericht bestätigte.

Steuern und Sozialabgaben vorenthalten

Sie habe empfohlen, dass trotz Betruges die Darstellung „plausibel“ und echt wirken solle, so der Staatsanwalt. „Leider sind die Vorwürfe verjährt.“ Ob es zu der Zeit, als die Imbisse der Steuerfahndung auffielen, oder später ein Verfahren gegen das Büro gab, wisse er nicht.

Den Angeklagten war vorgeworfen worden, Steuern und Sozialabgaben für – teils schwarz beschäftigte – Mitarbeiter aus der Verwandtschaft im Umfang von rund 700.000 Euro vorenthalten zu haben. Weil sich die Vorwürfe auf die Jahre 2003 bis 2011 bezogen und die Beweisführung im Nachhinein sehr schwierig geworden wäre, wurde ein Teil der Fälle eingestellt.

Gegen einen Neffen beziehungsweise einen Sohn der Angeklagten verhandelt das Finanzgericht wegen Steuernachzahlungen noch. Der 67-Jährige zahlt bei den Sozialkassen einen niedrigen sechsstelligen Betrag nach.



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