Mo., 10.09.2018

Führungskrise Stadtwerke-Übergangslösung: Bislang nur Absagen

Der Stadtwerke-Sitz am Hafenplatz in Münster 

Der Stadtwerke-Sitz am Hafenplatz in Münster  Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Die zweiköpfige Stadtwerke-Spitze steht nach monatelangen Streitereien vor der Abberufung. Die Stadt Münster sucht deshalb eine Interimslösung. Doch das gestaltet sich als nicht so einfach.

Von Dirk Anger

In der Führungskrise der Stadtwerke hat Oberbürgermeister Markus Lewe am Montag die Fraktionschefs der Ratsparteien über die Lage informiert. Wie berichtet, steht die zweiköpfige Stadtwerke-Spitze nach monatelangen Streitereien vor der Abberufung. Ungeachtet dieser Empfehlung des Aufsichtsrats für die Ratssitzung am 19. September sind die Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann und Dr. Dirk Wernicke am Montag zur Arbeit erschienen, wie es heißt.

Bei der Suche nach einer Interimslösung hat die Stadt als Stadtwerke-Gesellschafterin nach Informationen unserer Zeitung bislang Absagen kassiert. Dem Vernehmen nach wurde dabei Kontakt zu ehemaligen Stadtwerke-Verantwortlichen aufgenommen. Joachim Schiek, Sprecher der Stadt, erklärte am Abend, es stünden Kandidaten zur Verfügung.

Lewe gibt sich zuversichtlich

Gleichwohl gibt sich Oberbürgermeister Lewe in einer Mitteilung der Stadt zuversichtlich: „Die Expertise mit Empfehlungen für einen strukturellen und personellen Neuanfang bei den Stadtwerken liegt vor. Die Stadt ist gut beraten, jetzt auf Grundlage dieses Gutachtens entschlossen den Schritt für den Neuanfang zu machen.“ Dann könne die Krise zur Chance für die Stadt und ihre Tochter Stadtwerke Münster werden. Aufgabe des Oberbürgermeisters ist es laut Stadt, die Ratsbeschlüsse vorzubereiten.

Er bediene sich dazu der Beschlüsse und Empfehlungen des Stadtwerke-Aufsichtsrates. Dieser wird nach den Worten seines Vorsitzenden Alfons Reinkemeier vor dem Rat zu einer Sondersitzung zusammentreten und „seine Empfehlungen (...) ergänzen und präzisieren“. Der Aufsichtsrat hat laut Stadt seit Oktober 2017 daran gearbeitet, den Streit in der Stadtwerke-Geschäftsführung beizulegen: Da keine nachhaltige Besserung eingetreten sei, habe er nach intensiver Abwägung einschneidende, für das Wohl der städtischen Tochter konsequente und erforderliche Schritte vorgeschlagen.



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