Di., 11.09.2018

Debatte im Umweltausschuss Aasee: Politik streitet über Gülle - Landwirtschaft wird Streitpunkt

Debatte im Umweltausschuss: Aasee: Politik streitet über Gülle - Landwirtschaft wird Streitpunkt

Der Aasee, hier die Fußgängerbrücke nahe der Aaseeterrassen, war am Dienstagabend Thema im Umweltausschuss. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Was genau hat das große Fischsterben im Aasee in der Nacht vom 8. auf den 9. August ausgelöst? Darüber wurde im städtischen Umweltausschuss ebenso lang wie ergebnislos diskutiert. Hitzigster Streitpunkt: Die Gülleausbringung im Einzugsgebiet des Oberlaufs der Aa.

Von Klaus Baumeister

Um mit dem Stand der Ursachenforschung anzufangen: Auch nach drei Vorträgen, die insgesamt 45 Minuten dauerten, sowie nach weiteren 45 Minuten Diskussion war am Dienstagabend im Umweltausschuss nicht klar, was im Detail in der Nacht vom 8. auf den 9. August das massive Fischsterben im Aasee verursacht hat.

Vermutlich habe die „Kombination mehrerer Gründe“ den Ausschlag gegeben, so der Umweltamtsleiter Heiner Bruns. Und so tauchten immer wieder die gleichen Begriff auf: anhaltende Dürre, hohe Temperaturen, wenig Wind. „Wer einen Schuldigen sucht, findet ihn beim Klimawandel“, so der GAL-Ratsherr Gerhard Joksch.

Unverändert hohe Phosphatwerte

All das war aber die Vorrede für die eigentliche Debatte, die dann die SPD-Ratsfrau Hedwig Liekefedt entfachte. Sie erinnerte an den Ratsbeschluss aus dem Jahr 2011, in dem der Rat beschlossen habe, die Gülleausbringung im Einzugsgebiet des Oberlaufs der Aa zu minimieren. „Nichts ist passiert“, beklagte sich ihr Parteifreund Manfred Rösmann über die unverändert hohen Phosphatwerte. „Der Aasee ist schön, aber krank.“

Fotostrecke: Fischsterben im Aasee

Der CDU-Ratsherr Sven Gotthall witterte einen Generalangriff auf die Landwirtschaft und hielt der SPD vor, einen Schuldigen benennen zu wollen, obwohl doch die Stadtverwaltung selbst eingeräumt habe, die Ursache noch nicht benennen zu können. Genau deshalb seien doch externe Gutachter bei der Arbeit.

Auch sein Parteifreund Hans-Georg Buddenbäumer, Ausschussvorsitzender und selbst Landwirt, verwahrte sich gegen die Kritik. In den Wochen vor dem Fischsterben sei der Zufluss der Aa in den Aasee faktisch versiegt. Somit hätten auch keine Nährstoffe über die Aa in den Aasee gelangen können.

Zusammenhang: Fleischkonsum - Nährstoffbelastung

Das hielt den ÖDP-Ratsherrn Franz Pohlmann aber nicht davon ab, demonstrativ festzuhalten, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem hohen Fleischkonsum und der Nährstoffbelastung des Aasee gebe. „Wenn wir das nicht begreifen, arbeiten wir nur an den Symptomen.“

Ganz so deutlich wollte es der Umweltdezernent Matthias Pecke nicht ausdrücken. Wohl aber hielt er fest, dass man bei den Stichworten Renaturierung und extensive Landwirtschaft zwar entlang der Aa im Stadt­gebiet Münster Erfolge verbuchen könne. „Außerhalb der Stadt stoßen wir aber an unsere Grenzen.“

Fotostrecke: 45 000 Liter Wasser pro Minute



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