Fr., 14.09.2018

Münsteraner Wohnungswirtschaftliche Gespräche Hat die Wohnungspolitik versagt?

Münsteraner Wohnungswirtschaftliche Gespräche: Hat die Wohnungspolitik versagt?

Symbolbild. Foto: Colourbox.de

Münster - 

Hat die Wohnungspolitik in einigen Punkten versagt? Diese und viele weitere Fragen rund um Mieten und Bauen stellten sich die Experten bei den 29. Münsteraner Wohnungswirtschaftlichen Gesprächen.

Von Mirko Heuping

Der Immobilienmarkt in Groß- und Universitätsstädten ist angespannt. Mieten und Baukosten steigen rasant. In NRW gelten neben Düsseldorf und Köln auch Bonn und Münster als besonders teuer. Die höchsten relativen Mietsteigerungen gab es in den vergangenen sechs Jahren jedoch in Dortmund. Im Durchschnitt kletterten die Quadratmeterpreise hier um 28,6 Prozent.

Die Politik versucht diesem Trend mit Maßnahmen wie dem Baukindergeld entgegenzuwirken. Doch noch immer gibt es in Deutschland deutlich zu wenig Neubauaktivitäten. Hat die Wohnungspolitik an diesem Punkt versagt? Bei den 29. Wohnungswirtschaftlichen Gesprächen in Münster stand diese Frage am Donnerstag im Mittelpunkt.

Zeitnahe Lösungen gesucht

Einig waren sich die sieben Referenten, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachteten, darüber, dass dringend zeitnah etwas passieren muss – und, dass es vieler kleiner Maßnahmen bedarf, um den Hebel umzulegen. Sowohl der Bund als auch die Länder und Kommunen stünden aufgrund der sich zuspitzenden Lage in der Verantwortung.

Monika Thomas, Abteilungsleiterin im Bundesbauministerium, kündigte für den 21. September auf Bundesebene einen großen Wohngipfel im Kanzleramt an. Dort sollen weitere Maßnahmen ausgelotet werden, wie bezahlbarer Wohnraum gefördert werden kann. Sie betonte, dass durch die Dynamik auf dem Markt eine Chance für nachhaltige Reformen bestehe. Es gelte un­ter anderem Baukosten zu senken und Bauland zu mobilisieren. Bauanträge müssten zudem zügiger bearbeitet werden. Letzteres ist eine klare Botschaft an die Kommunen, denen oftmals die Mitarbeiter fehlen.

Der münsterische Professor Ulrich van Suntum kritisierte indes, dass der Staat individuelle Mobilität behindere. Dadurch würden viele Menschen lieber in Ballungsgebieten als in der Peripherie wohnen, so der Direktor des Instituts für Siedlungs- und Wohnungswesen. Das verschärfe das Problem.



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