Fr., 14.09.2018

Neue Stadtwerke-Leitstelle Gerüstet für sichere Zukunft

Dr. Dirk Wernicke (v.r., technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster), Detlev Kracht (Leiter Planung, Bau, Betrieb Netze und Wasserwerke) und Götz Wacker (Abteilungsleiter Netzführung) lassen sich von Systemadministrator Michael Fiedler die neue Technik zeigen.

Dr. Dirk Wernicke (v.r., technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster), Detlev Kracht (Leiter Planung, Bau, Betrieb Netze und Wasserwerke) und Götz Wacker (Abteilungsleiter Netzführung) lassen sich von Systemadministrator Michael Fiedler die neue Technik zeigen. Foto: Dirk Anger

Münster - 

Die Stadtwerke Münster haben ihre neue, sieben Millionen Euro teuere Leitstelle eingeweiht. Von hier werden die Energie- und Wassernetze Münsters gesteuert und überwacht.

Von Dirk Anger

Acht Monitore stehen allein auf einem einzigen der insgesamt vier ovalförmigen Schreibtische, an der Wand hängen fünf weitere großformartige Bildschirme, die Balken, Kurvenverläufe und Straßenzüge Münsters abbilden. Von diesem modernen, hochgesicherten Büroraum im zweiten Stock am Mittelhafen aus steuern und überwachen die Stadtwerke künftig erstmals gemeinsam alle Netze: Strom, Wärme und Wasser – die Mitarbeiter der neuen Verbundleitstelle auf dem Gelände der Stadtwerke haben rund um die Uhr die Versorgung Münsters mit Energie und Wasser im Blick.

„Wir wollen heute das neue Herz und Hirn unserer Netze einweihen“, zeigt der technische Geschäftsführer Dr. Dirk Wernicke am Freitag die Bedeutung des Tags auf. Sieben Millionen Euro hat das städtische Versorgungsunternehmen für das neue Gebäude, das auf die ehemalige Rauchgasreinigungsanlage des früheren Kraftwerks aufgesetzt wurde, investiert – zwei Drittel der Summe floss in die hochmoderne technische Ausstattung.

Hoher Sicherheitsstandard

Die Systeme sind doppelt abgesichert, im Gebäude selbst gilt ein hoher Sicherheitsstandard. Schließlich handelt es sich bei der Daseinsvorsorge um kritische Infrastruktur, für die besondere Regeln gelten. „Wir sind hervorragend gerüstet für die Zukunft“, bilanziert Wernicke im sogenannten Krisenraum der Verbundleitstelle, wo im Ernstfall und bei Störungen über Auswege und Lösungen beraten wird.

Fotostrecke: Herz und Hirn für die Netze

Vier Jahre Konzeptions- und Umsetzungsarbeit sind der Einweihung vorausgegangen. „Das Projekt zeigt, wie wichtig Kontinuität und langfristiges Denken und Handeln gerade in der Technik sind“, betont Wernicke an diesem Vormittag. Es klingt ein wenig so, als sei dies der letzte Versuch, seiner am Mittwoch drohenden Abberufung noch entkommen zu wollen; erst recht, als er kurze Zeit später die Stadtwerke-Kollegen aus dem Münsterland zum Gespräch einlädt, um „die Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit mit uns“ auszuloten.

Zeitplan eingehalten

Allerdings dürften Wernicke und der mit ihm über Kreuz liegende kaufmännische Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann mutmaßlich schon am kommenden Donnerstag im Unternehmen nichts mehr zu melden haben.

Zuvor kann Wernicke jedoch noch Erfreuliches vermelden: Beim Bau der vom Architekturbüro Trapez Architektur/Dirk Landwehr aus Hamburg entworfenen Leitstelle sei man im Zeitplan und sogar knapp unterhalb der kalkulierten Kosten geblieben. „Bei so komplexen Projekten ist das nicht selbstverständlich.“



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