So., 16.09.2018

Kontroverse Debatte über Nachverdichtung in der Aaseestadt Nur Unikate an der Hafensüdseite

Das Hafenbecken soll eine schicke Promenade bekommen. Über die Kosten aber wird diskutiert.

Das Hafenbecken soll eine schicke Promenade bekommen. Über die Kosten aber wird diskutiert. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Die Frage des ÖDP-Ratsherrn Franz Pohlmann kam ganz unverdächtig daher. Und doch entspannte sich an ihr eine lebhafte Debatte.

Von Klaus Baumeister

„Gibt es so etwas nicht auch von der Stange?“, wollte Pohlmann wissen, als die wunderschönen Bänke, Geländerteile und Leuchten vorgestellt wurden, die demnächst die Südseite des Hafenbeckens zieren sollen.

Für fast vier Millionen Euro möchte die Stadt Münster die Promenade nach den Plänen des Büros Scape gestalten lassen. Doch Pohlmann störte sich daran, dass praktisch sämtliche Gestände Unikate sind, was doch die Kosten in die Höhe treibe.

Diese Sorge trieb auch den SPD-Ratsherr Ludger Steinmann um. In einem so stark frequentierten Bereich wie dem Hafen, wo auch ständig Partygänger unterwegs seien, müsse man immer wieder mit Vandalismus-Schäden rechnen. Bei all den Unikaten gehe das richtig ins Geld. „Wir hauen es aus den Vollen raus.“

Stadtbaurat Robin Denstorff widersprach dem Eindruck, dass die Stadt bei der Hafenplanung nicht genug auch die Kosten achte. Für die Promenade auf der Nordseite habe man 500 Euro je Quadratmeter ausgegeben, an der Südseite seien nur 300 Euro geplant.

Von dem Grünen Reinhard Scholz kam heftige Kritik an dem Standpunkt, den SPD und ÖDP einnahmen.

„Die Kostenfrage hätte man im Rahmen des Wettbewerbs diskutieren müssen“, so sein Argument. Auch die Stadtverwaltung hatte in ihrem Bericht darauf hingewiesen, dass die Gestaltungsvorschläge in einer frühen Sitzung des Planungsausschusses „positiv aufgenommen“ worden seien.

Das siegreiche Büro Scape, so Scholz weiter, habe jetzt auch ein Anrecht darauf, dass ihr Entwurf nicht nachträglich madig gemacht werde.

Der Linke Rüdiger Sagel wollte diesen Einwand nicht gelten lassen: „Kritik muss erlaubt sein.“ Es stelle sich nämlich die Frage, ob der „stylische Charakter“, den die Hafensüdseite bald erhalte, zu dem geplanten Projekt B-Side überhaupt passe.



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