Sa., 15.09.2018

Pro & Contra Sollen die Fahrradständer weiterhin im Hamburger Tunnel bleiben?

Pro & Contra: Sollen die Fahrradständer weiterhin im Hamburger Tunnel bleiben?

Die Fahrradständer im Hamburger Tunnel. Foto: Matthias Ahlke

Die Situation im Hamburger Tunnel eskaliert. Sollen die Fahrradständer raus, damit der Tunnel nicht noch mehr versifft? Zwei Meinungen zum Thema.

Von Kay Böckling und Klaus Baumeister

PRO

Raus mit den Dingern

Ja, ja und nochmals ja – raus mit den Dingern. Nicht allein die Tatsache, dass diese Ständer ein willkommenes Versteck für diejenigen darstellen, die sich ihrer verdauten flüssigen Nahrung entledigen müssen.

Das Resultat: Es stinkt zum Himmel. Diese übel riechenden Hinterlassenschaften und deren unerträgliche Duftwolken sowie Müll sind es aber nicht allein, die nach einer Demontage der monströsen Konstruktionen schreien. Es sind vielmehr die enormen Dimensionen: Die Radständer nehmen gefühlt mehr als die Hälfte der verfügbaren Nutzfläche des Tunnels in Anspruch.

Ein friedliches Miteinander zwischen Radlern und Fußgängern ist schlicht nicht mehr möglich. Oft sind es die Radfahrer, die wild klingelnd, gestikulierend und teils lauthals versuchen, die Fußgänger zur Seite zu schreien. Dabei vergessen sie, wer für die engen Zustände verantwortlich ist: sie selbst und ihre Räder.

von Kay Böckling

Fotostrecke: Wie funktionieren die doppelstöckigen Fahrradständer am Hauptbahnhof?

CONTRA

Eine Notlösung – immerhin

Ja, der Hamburger Tunnel ist versifft. Ja, der Tunnel stinkt, es ist eng, jeder möchte nur weg. Aber was bitte wäre besser, wenn man die Fahrradständer aus dem Tunnel entfernen würde?

Würde man sie an anderer Stelle aufstellen, wäre eben dort das Chaos. Würde man in Gänze auf sie verzichten, gäbe es demnächst überhaupt keine Chance mehr, rund um den Hauptbahnhof den wild abgestellten Rädern zu entgehen. Die bis heute einfach völlig unbefriedigende Freiflächenplanung am Hauptbahnhof zwingt die Verkehrsplaner dazu, auch auf die vorhandenen Flächen im Tunnel zurückzugreifen, um dort Fahrradstellplätze anzubieten.

Das ist nicht mehr als eine Notlösung angesichts einer völlig verkorksten Situation. Aber es ist immerhin besser als gar keine Lösung. Die eigentliche Misere besteht darin, dass bislang überhaupt keine Lösung erkennbar ist.

von Klaus Baumeister

Fotostrecke: Fahrrad-Situation am Hauptbahnhof Münster



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