So., 16.09.2018

Bahnhofsumfeld Ordnungskräfte nehmen Shisha-Bars hoch

Freitagabend (14.09.2018) fanden rund um den Bahnhof und in der Innenstadt mehrere Kontrollen von Shisha-Bars statt.

Freitagabend (14.09.2018) fanden rund um den Bahnhof und in der Innenstadt mehrere Kontrollen von Shisha-Bars statt. Foto: dpa

Münster - 

Gleich fünf Behörden rückten am Freitagabend einigen Shisha-Bars rund um Münsters Hauptbahnhof zu Leibe. Überall wurden erhöhte Kohlenmonoxid-Werte gemessen. 19 Anzeigen wurden geschrieben.

Von pd/Ralf Repöhler

Im Rahmen einer konzentrierten Kontrollaktion haben am Freitagabend zahlreiche Ordnungskräfte des Hauptzollamtes Münster, des Zollfahndungsamtes Essen, der Finanzverwaltung NRW, des Ordnungsamtes und der Polizei Münster gezielt Shisha-Bars rund um den Hauptbahnhof und im Innenstadtbereich überprüft.

112 Personen wurden nach gemeinsamen Presseangaben kontrolliert, 19 Anzeigen unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Nichtrauchergesetzes erstellt.

Gefahr durch Kohlenmonoxid

Die Ordnungskräfte stellten in einer Bar Unstimmigkeiten bei der Kassenführung fest und beschlagnahmten insgesamt 23 Kilogramm unversteuerten Wasserpfeifentabak.

In allen Shisha-Bars ergaben Messungen erhöhte Konzentrationen von Kohlenmonoxid (CO), heißt es in dem zwischen den Behörden abgestimmten Pressetext. Der Spitzenwert lag bei 164 ppm. Ab einem CO-Wert von 200 ppm sei die Konzentration lebensgefährlich. Die vorgeschriebenen Warnmelder seien größtenteils nicht vorhanden gewesen.

Gemeinsame Kontrollaktion

Kriminaloberrätin Nina Bay deutet weitere Einsätze in dieser Kooperation an, alle Verantwortlichen seien sich einig. „Uns ist es wichtig, dass die Menschen sich rund um den Bahnhof wieder sicherer fühlen“, sagte sie. Diesem Ziel komme man durch die intensive Zusammenarbeit der Behörden und den regelmäßigen Kontrollen im Bahnhofsumfeld Stück für Stück näher.

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Uns ist es wichtig, dass die Menschen sich rund um den Bahnhof wieder sicherer fühlen.

Kriminaloberrätin Nina Bay

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Der Zoll ging bei den Kontrollen Hinweisen auf Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung nach. Die Zöllner überprüften die ordnungsgemäße Versteuerung des Wasserpfeifentabaks. Das Ordnungsamt widmete sich der Einhaltung der Vorschriften nach dem Nichtraucher- und Jugendschutzgesetz und führte Kohlenmonoxid-Messungen durch. Die Finanzverwaltung prüfte die Kassenführung sowie die Dokumentation von Geschäftsvorfällen.

Rückzugsorte für Straftäter?

Die Polizei nahm zahlreiche Personalien von Betreibern und Gästen auf und kontrollierte den Verkehr im Umfeld der Betriebe. Im Vorfeld hätten Ermittlungen ergeben, dass Shisha-Treffpunkte Anlauf- und Rückzugsorte für Straftäter seien, dort Straftaten geplant und verabredet würden. Anlieger hätten sich häufiger über Ruhestörungen, aufheulende Motorengeräusche und quietschende Reifen im Umfeld beschwert.

Zudem stellten die Beamten Verkehrsverstöße durch parkende Fahrzeuge der Betreiber und Gäste fest und erhielten Hinweise auf Handel mit Betäubungsmitteln und Körperverletzungsdelikte vor den Shisha-Bars.

Einsatz soll Sicherheitsgefühl stärken

Wie eine zuvor durchgeführte polizeiliche Bürgerbefragung im Bahnhofsumfeld ergab, führen diese Situationen dazu, dass der Münsteraner sich in der Nähe solcher Bars nicht mehr sicher fühlt. Betroffen sind neben den Anwohnern und Passanten auch die anderen Geschäftsleute und Gewerbetreibenden in dem Bereich. Die Polizei Münster nutzte den Kontrolleinsatz um die Personen aus der Anonymität zu holen, deren Identitäten festzustellen, gegen kriminelle Machenschaften vorzugehen und so das Sicherheitsgefühl der Münsteraner zu stärken.



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