So., 16.09.2018

Seenotrettung 700 Münsteraner demonstrieren für „Münster als offenen Hafen“

Seenotrettung: 700 Münsteraner demonstrieren für „Münster als offenen Hafen“

Rund 400 Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich am Samstagmittag auf dem Hafenplatz, um unter dem Motto „Build bridges, not walls!“ Foto: Marina Sudahl

Münster - 

Rund 400 Demonstrantinnen und Demonstranten, so die Schätzung der Veranstalter, versammelten sich am Samstagmittag auf dem Hafenplatz, um unter dem Motto „Build bridges, not walls!“ für sichere Häfen in Deutschland und vor allem in Münster zu demonstrieren. Im Laufe des Weges zum Prinzipalmarkt stießen dann noch etwa 300 Menschen hinzu.

Von Marina Sudahl

Rund 400 Demonstranten, so die Schätzung der Veranstalter, versammelten sich am Samstagmittag auf dem Hafenplatz, um unter dem Motto „Build bridges, not walls!“ für sichere Häfen in Deutschland und vor allem in Münster zu demonstrieren. Dazu rief die Seebrücke Münster auf, ein Bündnis aus einer Vielzahl an bunt gemischten politischen und sozialen Gruppen, die für die Entkriminalisierung der Seenotrettung kämpfen.

Aber nicht nur die Seenotrettung auf dem Mittelmeer, sondern auch die Schaffung eines offenen Hafens in Münster war ein wichtiges Thema an diesem Samstagmittag. Denn „man kann sich als Stadt zum offenen Hafen erklären“, so Jonas Erulo in seinem Beitrag auf dem Hafenplatz, und einige Städte wie zum Beispiel Köln oder Düsseldorf haben sich schon dazu bereiterklärt, weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Die Oberbürgermeister hatten entsprechende Briefe an die Kanzlerin geschrieben.

Fotostrecke: Seenotrettung auf dem Hafenplatz

Die Forderung des Aktionsbündnisses: Münster soll diesem Beispiel folgen. Ob sich das schwarz-grüne Mehrheitsbündnis in dieser Frage einig ist, wird sich am Mittwoch in der Ratssitzung zeigen. SPD und Linke werden entsprechende Anträge stellen. Die Grünen hatte im Sommer ihre Sympathie für den freiwilligen Vorstoß aus Köln und Düsseldorf deutlich gemacht. „Es wird Zeit, dass ‚Münster bekennt Farbe‘ nicht nur ein Schriftzug in einem Blumenbeet am Aasee ist“, so Marius von „Jugend rettet“.

Der umstrittenen Aussage des Innenministers Horst Seehofer, dass „Migration die Mutter aller Probleme“ sei, entgegneten die Demonstranten: „Nicht Migration, sondern Rassismus ist das Problem“, und riefen auch dazu auf, sich davon zu distanzieren und gemeinsam für eine bessere Welt in allen Gebieten weltweit zu kämpfen. Die Demonstrationen der Seebrücke finden nicht nur in Münster statt. In vielen deutschen Städten setzen sich Menschen dafür ein, dass Seenotrettung entkriminalisiert wird und der Weg für Flüchtlinge in das Land leichter wird.

Nach einigen Redebeiträgen auf dem Hafenplatz zog die Gruppe durch die Stadt über den Ludgerikreisel, mit kurzem Aufenthalt auf dem Vorplatz der Ausländerbehörde, bis zum Prinzipalmarkt. Laut Veranstalter schlossen sich im Laufe der Demonstration noch bis zu 300 weitere Personen an.



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