Übergangsgeschäftsführer stellt sich in Münster vor
Stadtwerke: Grützmacher soll es richten

Münster -

Am Montag stellte sich der mögliche Interimschef der Stadtwerke vor. Die bisherige Unternehmensführung steht vor der Ablösung.

Montag, 17.09.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 17.09.2018, 20:23 Uhr
  Stefan Grützmacher soll Interimschef werden.
  Stefan Grützmacher soll Interimschef werden. Foto: Matthias Ahlke

In der Ratssitzung am kommenden Mittwoch soll der im Energiebereich erfahrene Manager Stefan Grützmacher (53) zum vorübergehenden Geschäftsführer der Stadtwerke Münster gewählt werden. Am Montag wollte er sich nach Informationen unserer Zeitung in den Ratsfraktionen persönlich vorstellen.

Im Zuge der Führungskrise bei den Stadtwerken befassten sich der Aufsichtsrat des Unternehmens sowie die Ratspolitik mit dem Vorschlag der sofortigen Abberufung der beiden bisherigen Verantwortlichen Dr. Henning Müller-Tengelmann und Dr. Dirk Wernicke. Über deren Zukunft entscheidet der Rat ebenfalls am Mittwoch.

Eine Ratsmehrheit für die Abberufung gilt als wahrscheinlich. Beide Verantwortlichen hatten sich über Monate gestritten und blockiert. Damit hatten sie auch innerhalb des Unternehmens für tiefe Verunsicherung gesorgt.

Mit Grützmacher soll ein auf Interims-Geschäftsführung spezialisierter Fachmann die Stadtwerke wieder in ruhigeres Fahrwasser bringen. In Münster ist er kein Unbekannter. So war er von 1999 bis 2002 Geschäftsführer der Energiehandelsgesellschaft West mit Sitz am Hafen.

Wer ist der "Neue"?

Zuletzt war Grützmacher übergangsweise Geschäftsführer der „Beste Stadtwerke“, einem Zusammenschluss von fünf Stadtwerken im Kreis Höxter. Grützmacher hat dort dem Vernehmen nach als Ausputzer seine Aufgaben zur Zufriedenheit der Gesellschafter erledigt. Seine Tätigkeit endete in diesem Sommer.

Der gebürtige Rheinländer war zuvor unter anderem Vorstand des Berliner Gasversorgers GASAG, von 2004 bis 2011 Vorsitzender der Stadtwerke Kiel sowie zwölf Jahre Geschäftsführer der Stadtwerke Solingen. Grützmacher hatte Ende der 80er-Jahre Betriebswirtschaftslehre studiert.

Oberbürgermeister Markus Lewe sowie Kämmer und Stadtwerke-Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier wollten am Montag die Rats­politiker über die verfahrene Lage bei den Stadtwerken informieren. Im Zuge des Zwists in der Unternehmensspitze sorgt das städtische Unternehmen seit Wochen für Negativschlagzeilen. Eine vorzeitige Trennung von beiden Geschäftsführern wird eine teure Angelegenheit und dürfte weit über eine Million Euro kosten. Auch ein anschließender Rechtsstreit dürfte wahrscheinlich sein. Dennoch gibt es in der Politik keine Bereitschaft mehr, die aktuelle Stadtwerke-Geschäftsführung so weitermachen zu lassen.

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