Missstände in Shisha-Bars
Branche der schwarzen Schafe

Münster -

Drei münsterische Shisha-Bars haben bei einer Kontrolle durch Behörden nicht gut abgeschnitten. Hohe Bußgelder drohen – es gab allerdings auch eine rühmliche Ausnahme.

Dienstag, 18.09.2018, 06:50 Uhr aktualisiert: 18.09.2018, 06:55 Uhr
Zoll und Polizei kontrollierten Shisha-Bars in Münster.
Zoll und Polizei kontrollierten Shisha-Bars in Münster. Foto: Zoll

Allein die 23 Kilogramm unversteuerter Tabak seien bereits ein nicht unerheblicher Fall von Steuerhinterziehung, machte Martin Schulze-Werner, Leiter des Ordnungsamtes am Montag deutlich, dass die konzertierte Kontrolle von Shisha-Bars durch Zoll, Finanzverwaltung, Polizei und Ordnungsamt im ­Bahnhofsumfeld aus seiner Sicht durchaus das hervorgebracht hat, was offenbar bereits vorher vermutet wurde: In einem nicht unerheblichen Teil der Shisha-Bars geht nicht alles mit rechten Dingen zu.

Ein Beispiel: In zwei der vier gleichzeitig kontrollierten Läden hat das Ordnungsamt Verstöße gegen das Nichtrauchergesetz festgestellt. Innerhalb der Bars darf kein Tabak konsumiert werden. Geraucht werden muss daher mit sogenannten Shiazo-Steinen. Genau daran aber hätten sich einige Betriebe nicht gehalten, so Schulze-Werner. Maximal könne die Ordnungsbehörde dafür 2500 Euro Bußgeld verhängen und, das machte Schulze-Werner im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, dass das Ordnungsamt in den vorliegenden Fällen hart durchgreifen wolle, denn: „Wir gehen hier von Vorsatz aus.“ Eine Ordnungswidrigkeit begehe dabei nicht nur der Betreiber, sondern auch der rauchende Kunde.

Vorschriften

Solange kein Alkohol ausgeschenkt wird, sind Shisha-Bars erlaubnisfreie Gaststätten. An  das Nichtrauchergesetz müssen sie sich dennoch halten. Aus diesem Grund müssen die Shishas in den Gebäuden anstatt mit Tabak, mit sogenannten Shiazo-Steinen konsumiert werden. Dieser Mineralkomplex zeichnet sich dadurch aus, dass er gut Flüssigkeiten aufnehmen kann und bei ­Hitze Dampf erzeugt.

...

Sogar Schließungen drohen

Kein Auge zudrücken werde man auch bei den Verstößen gegen die CO-Schutzbestimmungen. In einigen Läden seien die Batterien in den Meldern offenbar ebenfalls vorsätzlich entfernt worden. „Wahrscheinlich, weil die ständig gepiept haben“, kommt Schulze-Werner auf die teils deutlich erhöhten Kohlenstoffmonoxidwerte zu sprechen, die das Ordnungsamt gemessen hatte.

Besonders hoch seien diese in den sogenannten Ansteckzimmern gewesen, in denen allerdings keine Kunden verkehren. Doch auch in den Verkaufsräumen waren erhöhte Werte gemessen worden. In einem Fall sei dieser doppelt so hoch ge­wesen, wie gesetzlich erlaubt. Bessern die betroffenen Betriebe nicht nach, drohen laut Schulze-Werner sogar Maßnahmen bis hin zur Schließung.

Rühmliche Ausnahme

Während bei drei der vier kontrollierten Bars Verstöße festgestellt werden konnten, gibt es aber auch eine gute Nachricht. In der Hookah Lounge am Albersloher Weg konnten die Behörden laut Ermittler keine Verstöße feststellen. Ein Mann vom Zoll habe ihm gesagt, dass sei überhaupt die allererste Shisha-Bar, in der in seinem Beisein nichts gefunden worden sei, sagte ein Mitarbeiter des hiesigen Ordnungsamtes unserer Zeitung. Betreiber Hussein El-Lababidi bestätigte unserer Zeitung: „Wir legen unter anderem viel Wert auf eine gute Belüftung.“ Als Kunde indes sei es schwierig herauszufinden, ob die Konzentration des giftigen Kohlenstoffmonoxids den gesetzlichen Vorschriften entspreche.

Keine Straftaten nachgewiesen

Neben den vier Shisha-Bars, die gleichzeitig kon­trolliert wurden, versuchten es die Behörden danach noch bei mindestens einer, der insgesamt sieben Shisha-Bars im Stadtgebiet Münster. Die Einrichtung war nach Auskunft des Zolls bereits verschlossen. Trotzdem habe man auch dort im Umfeld nicht versteuerten Tabak ­sichergestellt.

Ein zufriedenes Fazit zog derweil auch die Polizei nach der Aktion. Zwar habe man den anwesenden Personen keine Straftaten nachweisen können. Man habe aber schon länger einmal ­sehen wollen, wer sich dort so alles aufhalte. „Einige der anwesenden Gäste sind polizeilich bereits deutlich aufgefallen“, teilte eine Sprecherin der Behörde unserer Zeitung mit.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6060403?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker