Di., 18.09.2018

Aktion „Rotes Sofa“ gegen die Wohnungsnot Kaum Angebote für Erstsemester

Werben zugunsten von Erstsemestern um Vertrauen und Gastfreundschaft (v.l): Luca Horoba, Dr. Ulrike Blanc, Erwin Stroot, Aylin Yetiz, Nadine Pantel, Rainer Leskow und Ursula Stroot.

Werben zugunsten von Erstsemestern um Vertrauen und Gastfreundschaft (v.l): Luca Horoba, Dr. Ulrike Blanc, Erwin Stroot, Aylin Yetiz, Nadine Pantel, Rainer Leskow und Ursula Stroot. Foto: Andreas Hasenkamp

Münster - 

Tausende Erstsemester kommen gerade wieder nach Münster. Ihr Problem: Die Wohnungen derjenigen, die mit dem Studium fertig sind, werden erst nach und nach frei. Die Aktion „Rotes Sofa“ soll helfen, die Monate der Wohnungssuche zu überbrücken.

Von Andreas Hasenkamp

Immatrikuliert ist er, aber wo wird er wohnen? Daniel aus Tübingen, 19 Jahre alt, sucht schon eine Weile nach einem Zimmer. Am Samstag stieß er am Domplatz auf die Aktion „Rotes Sofa“. Diese möchte Erstsemestern wie Daniel helfen, für einige Wochen oder Monate eine Bleibe in privaten Haushalten zu finden, bis sie ein eigenes Zimmer auf Dauer mieten können. Steht vielleicht ein Kinderzimmer leer, bietet jemand ein Zimmer gegen Hilfe im Alltag?

Wegen Sanierungen fallen Zimmer weg

Warum es bei Zimmern in diesen Tagen aktuell besonders drückt, erklärt Luca Horoba vom Asta der WWU. Die meisten Studierenden kämen zum Wintersemester, also konzentriert. Wer nach Abschluss des Studiums wegziehe, tue dies mit einiger Verzögerung – die Wohnungen würden Schritt für Schritt wieder frei.

Daher müsse man diese Monate überbrücken. Wobei er hinzufügt, dass „das nur mit massivem Neubau gelöst werden kann“. Man müsse aber pragmatisch herangehen. Größer sei und bleibe der Engpass, weil beim Studierendenwerk auch wegen Sanierungen etliche Zimmer für Jahre oder ganz wegfallen.

„Erstis“ mit Malus

Die Not hat Stadt und Hochschulen zusammengeführt. Aylin Yetiz vom Asta der Fachhochschule versucht mit dem roten Sofa ins Gespräch zu kommen, ebenso ihr Kollege Horoba, dazu Dr. Ulrike Blanc vom Wissenschaftsbüro von Münster Marketing, Nadine Pantel vom International Office der FH und vom Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung Rainer Leskow. Der hänge sich wirklich rein, lobt Horoba. Von „Wohnen für Hilfe“ sind Ursula und Erwin Stroot dabei.

Er sei besser dran als andere, sagt Daniel, schließlich sei er bei einer Tante in Telgte untergekommen. Aktuell gebe es „nicht mehr wirklich viele Angebote“. Er berichtet, dass gerade „Erstis“ es bei WGs schwer hätten. Mitunter werde auch eine „besonders kreative Bewerbung“ verlangt. Einige Angebote gebe es bei verschiedenen studentischen Verbindungen.

Eine Vertrauensfrage

Eine Hoffnung bietet jetzt der Kontakt zu Ursula und Erwin Stroot. Ein Kennenlernen gehöre dazu, sagt Erwin Stroot, Es sei schließlich eine Vertrauensfrage, ob man jemand Fremdes in seine Wohnung oder Haus lasse. Das Vertrauen beginne bei ihm, im Gespräch mit Zimmeranbietern gehe es dann weiter: „Es muss Vertrauen da sein.“ Melden kann man sich unter Telefon 0251/ 54167 oder auch Angebote einstellen bei wohnboerse.ms.

Am Samstag kann Stroot strahlen: Zwei Passanten hätten Angebote gemacht – „das hatte mich schon immer interessiert“, hätten sie gesagt.



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