Dom-Gedanken von Evonik-Chef Christian Kullmann
Stolz auf deutsche Erfolge

Münster -

Christian Kullmann füllte die Rolle des Konzernlenkers am Mittwochabend perfekt aus. Der Vorstandsvorsitzende von Evonik Industrie sollte als Unternehmer den Abschlussvortag in der Reihe „Dom-Gedanken 2018“ in Münsters St.-Paulus-Dom halten. „Über Deutschland“ lautete das Thema. Naheliegend also, dass Kullmann allen Grund fand, stolz zu sein auf sein Land – „auf den Erfindungsreichtum und die Exporterfolge“.

Donnerstag, 20.09.2018, 16:38 Uhr aktualisiert: 20.09.2018, 19:55 Uhr
Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann referierte im St.-Paulus-Dom in Münster.
Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann referierte im St.-Paulus-Dom in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

Auch auf Deutschlands Rolle als „Motor einer noch recht gut funktionierenden EU". Der Evonik-Chef machte klar, wem ein Gutteil des deutschen Erfolgs zu verdanken ist: „Unser Wohlstand hängt damit zusammen, dass Frau Merkel noch im Amt ist.“

Für das wachsende Misstrauen vieler Menschen gegenüber der Wirtschaft, insbesondere gegenüber den Großkonzernen, zeigte Kullmann wenig Verständnis.

Drei Gründe für die Angst

Der Evonik-Chef führte drei Gründe an, aus denen nach seiner Meinung diese Ängste resultieren: Zum einen gebe es bei vielen eine tief sitzende Furcht vor Veränderungen. Vor allem die Globalisierung setze zahlreiche Arbeitnehmer unter Druck. Zum Zweiten wachse das Gefühl, nicht mehr Herr seiner selbst zu sein. „Grund dafür ist vor allem die rasante technologische Entwicklung“, so der 49-Jährige. Drittens verfange bei immer mehr Menschen die These, dass in unserer Gesellschaft die Ungerechtigkeit zunehme.

Laut Kullmann eine Fehleinschätzung: „Es wurde in Deutschland in keiner Gehaltsgruppe jemals mehr verdient als heute.“

Evonik-Chef Christian Kullmann bei den DomGedanken 2018

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  • Christian Kullmann ist Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG. Am 19. September 2018 war er im münsterischen Dom zu Gast.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sein Thema im Rahmen der DomGedanken: "Für die freiheitlich-soziale Moderne - Verantwortungsethik als Schlüssel".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Begrüßt wurde er von Dompropst Kurt Schulte.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier
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Der Katholik Kullmann kritisierte Papst Franziskus. Dem Kirchenoberhaupt sei der „vergötterte Markt“ ein Dorn im Auge. „Ich verstehe, dass der Papst auf der Seite der Armen stehen muss“, sagte der Evonik-Chef, „doch Armut lässt sich ohne Wachstum nicht überwinden.“

Gerade in Deutschland gebe es eine Tradition des verantwortlich-ethischen Denkens in der wirtschaftlichen Elite. Mit Blick auf den Diesel-Skandal betonte Kullmann die große Bedeutung von Ehrlichkeit – „gegenüber Mitarbeitern, Kunden und gegenüber der Gesellschaft“, so der Top-Manager.

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