Stadtwerke Münster
Viel zu tun für den Neuen

Münster -

Das Stühlerücken am Hafenplatz ist noch nicht beendet: Nach Informationen unserer Zeitung soll es übergangsweise an der Stadtwerke-Spitze noch eine weitere Personalie geben.

Samstag, 22.09.2018, 11:00 Uhr
Stefan Grützmacher präsentierte sich bei seiner Vorstellung am Donnerstag im Beisein von Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier als zupackender Manager.
Stefan Grützmacher präsentierte sich bei seiner Vorstellung am Donnerstag im Beisein von Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier als zupackender Manager. Foto: Oliver Werner

Vor einer Woche weihten die Stadtwerke ihre neue Netzleitstelle ein. In diesen Tagen wurde die „personelle Leitzentrale des Gesamtunternehmens erneuert“, wie es der Stadtwerke-Aufsichtsratschef und städtische Kämmerer Alfons Reinkemeier mit Blick auf die Auswechslung der Unternehmensspitze infolge monatelanger Querelen formulierte.

Chaotische Debatte

Doch mit der Übernahme durch den Interimsgeschäftsführer Stefan Grützmacher (53), der sich auf solche „Feuerwehr“-Einsätze verlegt hat, ist das Stühlerücken am Hafenplatz offenbar immer noch nicht abgeschlossen. Nach Informationen unserer Zeitung soll es einen zweiten Geschäftsführer geben.

Im nicht öffentlichen Teil der Ratssitzung am Mittwoch wurde den Politikern jedenfalls eine entsprechende Tischvorlage präsentiert, wie zu hören ist. Es habe Verwunderung, Kopfschütteln und viele Fragen, aber fast keine Antworten gegeben, berichtete ein Ratsmitglied und sprach von einer „chaotischen Debatte“.

Noch kein Name genannt

Angeblich auf Druck der Arbeitnehmer-Seite der Stadtwerke soll es neben Grützmacher einen Prokuristen als weiteren Verantwortlichen in der Übergangsführung des Versorgungsunternehmens geben.

Ein Name wurde dem Vernehmen nach aber nicht genannt. Die Entscheidung in dieser Angelegenheit will man nun in der nächsten Sitzung des Rates am 10. Oktober treffen.

Neu-Geschäftsführer- Grützmacher will die Stadtwerke nach eigenen Worten nur vorübergehend führen, bis neue Verantwortliche gefunden sind. In einer Pressekonferenz am Donnerstag legte er auf Nachfrage aber Wert darauf, in einer möglichen Zweier-Konstellation an der Spitze das entscheidende letzte Wort zu haben.

Neuausrichtung unklar

Unklar scheint unterdessen, wie die angekündigte Neuausrichtung der Stadtwerke aussehen soll. Das umfangreiche Strategie- und Struktur-Gutachten einer Unternehmensberatung, das den Aufbau einer großen Netzgesellschaft nahe legt, ist nur einem kleinen Teil der Ratspolitiker überhaupt bekannt.

Wie die Neuaufstellung des wirtschaftlich wichtigsten Tochterunternehmens der Stadt vorgenommen werden soll, gilt unter diesen Umständen in Ratskreisen als problematisch.

Grützmacher bereitet Neustrukturierung vor

Sicher ist nur, dass Interimsgeschäftsführer Grützmacher, der auch familiäre Verbindungen nach Münster hat, die Neustrukturierung vorbereiten soll. „Wo stehen wir? Was Können wir? Was wollen wir?“, nannte er in dieser Woche bei seiner Vorstellung als zentrale Fragestellungen.

Dabei soll Grützmacher auch Eckpfeiler für eine Personalberatungsfirma setzen, die qualifizierte Personen für die Unternehmensspitze suchen soll. Der Rat machte am Mittwoch den Weg für die Beauftragung eines „Headhunters“ frei.

Stadt hält Optionen offen

Im Grundsatz soll es weiter eine Doppelspitze bei den Stadtwerken geben, so die augenblickliche Position. Allerdings hält sich die Stadt als Gesellschafter vor dem Hintergrund der aktuellen Strukturüberlegungen die Option offen, auf nur noch einen Geschäftsführer umzustellen.

Außerdem bedingt sich die Stadt für die Zukunft das Recht aus, die Geschäftsordnung der Stadtwerke, die der Unternehmensspitze als Regelwerk dient, selbst ändern zu können. Denn an den Kompetenzen in der Geschäftsordnung hatte sich in der Vergangenheit auch ein Teil des Streit der beiden Vorgänger-Geschäftsführer entzündet.

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