Fr., 21.09.2018

„Zebra Poetry Film Festival“ im Schloßtheater Münster Gedichte in bewegten Bildern

Beim „Zebra Poetry Film Festival“ werden poetische Filme wie „Negative Space“ gezeigt.

Beim „Zebra Poetry Film Festival“ werden poetische Filme wie „Negative Space“ gezeigt. Foto: Filmwerkstatt

Münster - 

Das Festival ist die weltweit größte Plattform für Kurzfilme, die auf Gedichten basieren: das „Zebra Poetry Film Festival“ vom 27. bis 30. September im Schloßtheater.

Von Karla Kretz

Fünf Minuten Film. Das Drehbuch ein Gedicht. Im wortwörtlichen Sinne. „Negative Space“ erzählt von Vater und Sohn. Der Vater muss viel reisen. Da wird das Kofferpacken für beide zu einem verbindenden Ritual. Diese kleine, scheinbar unbedeutende Handlung schildern die Verse und animiert der Film. Die Regisseure Max Porter und Ru Kuwahata inszenierten eine rührende, gefühlvolle Animation mit poetischen Bildern – ein Film gewordenes Gedicht.

In Münster ist der Film im Rahmen des „Zebra Poetry Film Festivals“ vom 27. bis 30. September im Schloßtheater zu sehen. Das Festival ist die weltweit größte Plattform für Kurzfilme, die auf Gedichten basieren. Gegründet 2002 vom Haus für Poesie in Berlin ehrt das Festival alle zwei Jahre Poesiefilme in verschiedenen Kategorien.

Aus 1200 Einsendungen aus 97 Ländern (darunter Malaysia, Nigeria, Uruguay, USA, Großbritannien und Deutschland) wählte die Festivalkommission 100 Filme für die Wettbewerbe aus. Jurys bewerten, wie der Transfer vom Text zum Film gelungen ist. Mit einem internationalen, einem deutschsprachigen und einem NRW-Wettbewerb um die besten Gedicht-Kurzfilme, Spoken Word Events, Lesungen, Diskussionen und dem Kinderprogramm „Zebrino“ zeigt das Festival die Vielfalt des Genres Poesiefilm.

Einen Poesiefilm konzipieren, das sei unkompliziert, so Festivalleiter Carsten Happe: „Es gibt keine Regeln. Man ist richtig frei.“ Deshalb sei der Austausch zwischen den Filmemachern besonders intensiv. Das Publikum ist eingeladen, an den Diskussionen rund um die gezeigten Filme teilzunehmen.

Das Konzept hinter dem Festival ist schlicht, aber durchdacht: „Poesie an den Mann bringen.“ Zeigen, dass die Kunstformen Lyrik und Film interagieren können, beschreibt es Winfried Bettmer von der Filmwerkstatt. Klassiker wie Goethes „Erlkönig“ sind dabei. Aber vor allem werden aktuelle Themen wie Identität, Heimat und Migration sowie politische und gesellschaftliche Entwicklungen in höchstens 15 Minuten Film auf den Punkt gebracht.

Frauen sind in Poesiefilmen offenbar besser repräsentiert als im kommerziellen Filmgeschäft. Das wird Thema des Podiums „Poetry ’n’ Powerrr“ des „queerfeministischen Frauen-Kollektivs Münster“.

Gastland ist die USA, und mit ihr weht ein internationaler Wind. Nicht Trump, sondern das „Spoken Word“ steht im Fokus, indem die Poeten einen lyrischen Text vor Publikum vortragen.

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Die Eröffnung findet am Donnerstag (27. September) um 20 Uhr statt, die Preisverleihungen am 30. September um 20 Uhr. Tickets sind im Schloßtheater erhältlich.



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