Duo Conjak mit neuem Programm
Der Mond als Sehnsuchtssatellit

Münster -

Der Mond – das ist Nostalgie pur. Kein Künstler mochte ihn jemals von seinem majestätischen Wachposten erlösen, alle erwiesen ihm mit Geschichten, Erinnerungen und sehnsüchtigen Klängen ultimative Standardreverenzen. Es war immer, als könne niemand glauben, dass ein Blick, der zum Mond wanderte, von dort ungetröstet zurückkehrte. Diesem globalen Sehnsuchtssatelliten hat das „Duo Conjak“ sein neues Programm „Mondsüchtig“ mit Liedern, Songs und Chansons, Pop und Jazz gewidmet. Das historische Ambiente des Heidekrugs, in der Nähe rauschende Wälder und Rieselfelder, hätte konzertant kaum romantischer ausfallen und Christiane Hagedorns Stimme nicht sinnlicher klingen können.

Sonntag, 23.09.2018, 16:20 Uhr
Sängerin Christiane Hagedorn, Martin Scholz am Klavier und Dieter Kuhlmann am Bass
Sängerin Christiane Hagedorn, Martin Scholz am Klavier und Dieter Kuhlmann am Bass Foto: Moseler

„Moon River“ hat Henry Mancini für Audrey Hepburn komponiert, die es in der zart-bitteren Komödie „Frühstück bei Tiffany“ sang. Während Hepburns Stimme gehauchte Eleganz verkörpert, Frank Sinatras Whiskey-Bariton eine Weltuntergangsvision in Technicolor zelebriert, feierte Hagedorns Interpretation schiere Lebenslust. Der „Herzensbrecher“ Mond inspirierte sie zu verzehrenden Aufschwüngen, als sei eine ganze Welt anwesend. Martin Scholz am Klavier und Dieter Kuhlmann am Bass begleiteten sie mit unfehlbarer Diskretion wie eine Schlafwandlerin, die gefahrlos über den schmalsten Grat ihren Weg findet. Manchmal bewegte sich die Sängerin wie in Trance, als ziehe sie die Musik an und die sie in den Siebten Himmel. Endlose Vokalisen zogen dann ihre Mondbahnen durch Van Morrisons „Moondance“, oder es tanzte ein Lied aus „Der kleine Spatz vom Bosporus“ von Tuğsal Moğul mit orientalischem Touch quer durch alle (Gesangs-)Lagen. Mühelos wechselte Hagedorn die Register, hatte für den Schmerzensschmelz einer Canzone die passenden Töne ebenso parat wie verwischte Silben für den amerikanischen Slang in „Walking on the Moon“ der Sting-Gruppe „Police“. Manchmal schien es, als wollte die Sängerin dem Mond ein brennendes Geheimnis entreißen – und er würde sich von ihr bezirzen lassen. Bass und Klavier geizten nicht mit zwischenzeitlichen Soli, Kuhlmann wechselte auch aufs Saxofon und Scholz ans Schlagzeug oder sang eine zweite Stimme. Der Mond ist kein gemütlicher Senior, der in der Nacht seinen verdienten Ruhestand genießt – in der Deutung des „Conjak-Duos“ ist er ein aufs Abenteuer versessener Globetrotter.

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