Bund der Vertriebenen feiert „Tag der Heimat“
Zukunft im Haus Europa

Münster -

Den Tag der Heimat 2018 feierte der Bund der Vertriebenen (BdV) Münster am Sonntag zum zweiten Mal in der Rüstkammer des Rathauses. „Wir sind nicht mehr so viele“, sagte eine alte Dame am Eingang und wies gern den Weg. Etwa 50 Gäste nahmen an dem Treffen mit dem Motto „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“ teil.

Montag, 24.09.2018, 06:30 Uhr aktualisiert: 24.09.2018, 16:16 Uhr
Zum Heimattag 2018 sprach in der Rüstkammer des Rathauses auch Rüdiger Scholz, hier mit Roswitha Möller vom Bund der Vertriebenen.
Zum Heimattag 2018 sprach in der Rüstkammer des Rathauses auch Rüdiger Scholz, hier mit Roswitha Möller vom Bund der Vertriebenen. Foto: Andreas Hasenkamp

Raum für Erinnerung an Vertreibung oder Probleme bei der Pflege der Sprache als Träger der eigenen Kultur gab es auch für andere Länder. Die 23-jährige Hamest Aro von den arabisch sprechenden Christen in Münster erzählte: Ihre Urgroßeltern flohen 1915 aus Armenien, bis vor vier Jahren wohnte sie in Syrien. An der armenischen Kultur liege ihr bis heute. Rege befragten die Teilnehmer die Studentin der Elektrotechnik.

Roswitha Möller vom BdV erinnerte unter anderem an die Bierut-Dekrete, durch die besonders die Deutschen aus Ost- und Westpreußen, Danzig, Pommern, Ostbrandenburg und Schlesien zu leiden gehabt hätten.

Die „nationalsozialistischen Gewaltverbrechen“ erwähnte Rüdiger Scholz, Mitglied des Landesvorstandes des BdV und zugleich Landtagsabgeordneter der CDU und Beauftragter für Heimatvertriebene, Aussiedler, Spätaussiedler und deutsche Minderheiten.

Vom heutigen „normalen Zusammenleben“ etwa in Görlitz oder Danzig sprachen auch CDU-Ratsherr Stefan Leschniok und Vertreter der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung. Was sich unter dem Zeichen Europas entwickelt habe, so Leschniok, lasse sich auch von gewissen Politikern nicht mehr zurückdrehen, da sei er„sehr optimistisch“. Es gebe wieder positive Erinnerungen, so Möller, wie etwa den Vortrag über einen verdienstvollen deutschen Bürgermeister. Und es gebe Denkmäler wie in Brünn, aber „alles sehr verharmlosend ausgedrückt“, so Möller.

Eine Aufhebung der Dekrete befürwortete auch Scholz. Nachfolgenden Generationen „würde damit ermöglicht, ohne diesen Ballast an der gemeinsamen Zukunft in unserem Haus Europa zu bauen“.

Probleme mit der Pflege der eigenen Sprache hätten in der Europäischen Union etwa 50 Millionen Menschen; die EU-Kommission sei da sehr wichtig.

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