Vertrackter Rechtsstreit behindert Gesamtschul-Bau
Klage bringt Stadt in Nöte

Münster -

Die Stadt will die künftig sechszügige Mathilde-Anneke-Gesamtschule im Ostviertel möglichst schnell fertig stellen. Doch ein vertrackter Rechtsstreit ist weiter ungelöst.

Mittwoch, 26.09.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 26.09.2018, 08:23 Uhr
Training in der Halle des Vereins Shotokan: Sie steht auf dem Baugrundstück für die neue Gesamtschule.
Training in der Halle des Vereins Shotokan: Sie steht auf dem Baugrundstück für die neue Gesamtschule. Foto: Shotokan´

Plätze an Gesamtschulen sind bei münsterischen Eltern sehr begeht – umso wichtiger ist der Stadt das Anliegen, die neue künftig sechszügige Mathilde-Anneke-Gesamtschule so schnell wie möglich fertigzustellen. Doch eine juristisch vertrackte Auseinandersetzung, initiiert vom Sportverein Münster 08, könnte dazu beitragen, dass sich die Bauphase noch einmal verzögert.

Schuldezernent Thomas Paal bleibt zuversichtlich: „Natürlich“ gehe er davon aus, dass es bei einem Jahr Verzögerung bei der Bauzeit für die neue Schule im Ostviertel bleiben werde.

In erster Instanz verloren

Wie berichtet, hängt der Baufortschritt der Gesamtschule auch davon ab, ob die auf dem Baugelände stehende Halle des Karatevereins Shotokan rechtzeitig abgerissen werden kann. Letzteres ist vom Einverständnis der Karatekas abhängig, die in der Nachbarschaft auf einem städtischen Grundstück am Mauritz-Lindenweg neu bauen wollen und sollen. Dieses Gelände aber beansprucht auch der Verein Münster 08, der gegen das Ansinnen klagt.

In erster Instanz hat 08 den Prozess verloren. Die Entscheidung des nun von den unterlegenen Klägern angerufenen Oberlandesgerichts lässt seit fünf Monaten auf sich warten.

Bauantrag noch nicht genehmigt

Die nicht entschiedene Klage hat keine aufschiebende Wirkung – es spräche also nichts dagegen, die Planung und den Bau der Karate-Halle fortzusetzen und vollendete Tatsachen zu schaffen. Doch der Bauantrag, den der Verein Shotokan in Absprache mit der Stadt Münster Ende 2017 eingereicht hat, ist bislang nicht genehmigt.

„Wir haben neun Monate nichts von der Stadt gehört“, sagt Shotokan-Vorsitzender Oliver Lich. Immerhin solle nun im Oktober ein Gespräch mit der Verwaltung stattfinden. „Wir bleiben konstruktiv“, betont Lich, der weiß, wie sehr die Stadt mit ihren Plänen auf die Bereitschaft der Karatekas angewiesen ist, ihre bisherige Halle zu räumen.

Detailplanung fehlt noch

Diese steht dort, wo die neue Sporthalle der Schule gebaut werden soll. Der Verein mit seinen über 350 Mitgliedern könne sich aber kaum vorstellen, seine vielfältigen Aktivitäten in ein Ausweichquartier oder gar auf mehrere andere Hallen zu verlagern. „Das würde dem Verein sicher nicht guttun“, fürchtet Lich.

Die Pläne für die neue 2,2 Millionen Euro teure Halle sind weit gediehen. Voraussetzung für die Detailplanung sei aber die erteilte Baugenehmigung, so Lich.

Schulbetrieb soll 2021 beginnen

Würde der Bau auf dem umstrittenen Gelände beginnen, könnten auf die Stadt Regressforderungen zukommen, wenn das Gericht am Ende zugunsten des Vereins Münster 08 entschiede. Weshalb der Ausgang des Verfahrens wohl abgewartet werden soll, wie Thomas Paal andeutet.

Der neue Termin für die Aufnahme des sechszügigen Schulbetriebs ist der Sommer 2021. Noch ist mit dem Gesamtschulbau nicht begonnen worden.

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